Bordeaux – 17.08.2026: Die französische Umweltpolitikerin Sandrine Rousseau hat der Regierung von Premierminister Sébastien Lecornu vorgeworfen, aus den Hitzewellen und Waldbränden dieses Sommers keine angemessenen haushaltspolitischen Konsequenzen zu ziehen. In einem Interview mit Franceinfo kritisierte die Abgeordnete, im Staatshaushalt finde sich nichts, was dem Ausmaß der jüngsten Ereignisse gerecht werde. Rousseau sprach von einem beginnenden gesellschaftlichen und ökologischen Zusammenbruch.
Ihre Äußerungen fielen anlässlich eines Besuchs Lecornus und mehrerer Minister in der Gironde. Dort hatte ein Großbrand im Juli nach Behördenangaben 42.000 Hektar erfasst. Das Feuer war am 22. Juli nahe Saumos, rund 33 Kilometer nordwestlich von Bordeaux, nach Arbeiten zur Vegetationspflege ausgebrochen. Laut Police nationale breiteten sich die Flammen binnen drei Tagen zunächst über etwa 12.000 Hektar aus. Hitze, Trockenheit, fehlender Niederschlag und wechselnde Winde erschwerten die Löscharbeiten.
Die Katastrophe hat die politische Debatte über Vorsorge, Einsatzkapazitäten und den Wiederaufbau verschärft. Nach Regierungsangaben waren bis Ende Juli landesweit bereits fast 40.000 Hektar durch Brände geschädigt worden, mehr als im gesamten Jahr 2025. Das Innenministerium bezifferte die später in Frankreich verbrannte Fläche auf mehr als 116.000 Hektar. Damit geht es längst um die Frage, ob Personal, Löschtechnik und vorbeugender Waldumbau auf häufigere Großbrände vorbereitet sind.
Die Regierung verweist auf zusätzliche Mittel für Prävention und die Anpassung der Wälder. Das Umweltministerium erklärte Ende Juli, der Staat habe 2026 rund 100 Millionen Euro für die ökologische Planung im Forstbereich vorgesehen. Seit 2023 seien die Mittel zur Brandverhütung um 20 Millionen Euro erhöht worden. Über den Fonds vert wurden 2025 zudem rund 350 Vorhaben zur Vorbeugung von Wald- und Vegetationsbränden mit insgesamt 14,6 Millionen Euro gefördert.
Rousseaus Kritik richtet sich daher weniger gegen das völlige Fehlen staatlicher Programme als gegen deren Umfang und Rang in der Haushaltspolitik. Sie verbindet die Brandgefahr mit den gesundheitlichen und sozialen Folgen extremer Hitze. Bereits am 23. Juni hatte die Regierung eine ressortübergreifende Krisenrunde einberufen. Ministerien, Météo-France und Gesundheitsbehörden sollten sich dabei auf unterschiedlich lange Hitzeperioden vorbereiten.
Den institutionellen Rahmen bildet der dritte nationale Klimaanpassungsplan, der am 10. März 2025 veröffentlicht wurde. Er soll Frankreich bis 2030 besser gegen Hitzewellen, Dürren und Waldbrände wappnen. Der Streit betrifft nun vor allem die praktische und finanzielle Umsetzung: Während die Opposition eine deutlich höhere Priorität im Staatshaushalt fordert, führt die Regierung bereits mobilisierte Mittel für Prävention, Katastrophenschutz und Wiederaufbau an.
Quellen
- Franceinfo
- Police nationale
- Französisches Umweltministerium
- Französisches Innenministerium
- Französische Regierung
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).