Politik & Gesellschaft

Royal spricht Glucksmann die Erfahrung für das Präsidentenamt ab

Ségolène Royal verschärft vor der sozialdemokratischen Vorwahl den Ton gegen Raphaël Glucksmann. Sie bezweifelt seine Regierungserfahrung und kritisiert seinen Kurs zur politischen Mitte.

Paris – 21.09.2026: Ségolène Royal hat dem Europaabgeordneten Raphaël Glucksmann die nötige Erfahrung für das französische Präsidentenamt abgesprochen. In einem am Sonntag veröffentlichten Interview mit der Zeitung Libération kritisierte die frühere sozialistische Ministerin ihren Konkurrenten bei der sozialdemokratischen Vorwahl. Wer ein Land führen wolle, müsse zuvor Verantwortung in einer Kommune oder einer staatlichen Institution übernommen und konkrete Ergebnisse vorzuweisen haben, argumentierte Royal.

Zugleich warf sie Glucksmann mangelnde Kenntnis vom Alltag vieler Französinnen und Franzosen vor. Seine politische Laufbahn stellte sie ihrer eigenen Erfahrung in kommunalen, nationalen und internationalen Ämtern gegenüber. Mit der persönlichen Attacke verschärft sich der Wettbewerb um die Kandidatur des sozialdemokratischen Lagers für die Präsidentschaftswahl 2027.

An der Vorwahl nehmen fünf Bewerber teil. Neben Royal und Glucksmann kandidieren Olivier Faure, der Erste Sekretär der Sozialistischen Partei, der sozialistische Abgeordnete Jérôme Guedj sowie Emmanuel Maurel von der Gauche républicaine et socialiste. Der erste Wahlgang ist für den 9. und 10. Oktober 2026 angesetzt. Erreicht niemand die erforderliche Mehrheit, soll am 16. und 17. Oktober eine Stichwahl folgen.

Royal trat bereits 2007 für die Sozialistische Partei bei der Präsidentschaftswahl an. Sie erreichte die zweite Runde, unterlag dort jedoch Nicolas Sarkozy. Ihre jetzige Kritik verbindet die Frage nach persönlicher Erfahrung mit dem Streit über die strategische Ausrichtung der französischen Sozialdemokratie. Royal wirft Glucksmann vor, sich zu stark um Stimmen aus der politischen Mitte und dem gemäßigten rechten Lager zu bemühen, statt zunächst die eigene linke Wählerschaft zusammenzuführen.

Glucksmann gehört der Partei Place Publique an; Royal, Faure und Guedj kommen aus der Sozialistischen Partei. Die Vorwahl ist damit zugleich ein Test für die Zusammenarbeit verschiedener Kräfte des Mitte-links-Lagers. Grundlage ist eine politische Charta, die sich auf Sozialismus, Sozialdemokratie und die Europäische Union beruft. Die unterlegenen Kandidaten sollen anschließend den Sieger unterstützen.

Auch Bürgerinnen und Bürger ohne Mitgliedschaft in einer der beteiligten Parteien können abstimmen. Sie müssen sich dafür bis zum 5. Oktober registrieren und einen Teilnahmebeitrag von 15 Euro entrichten. Inhaltlich teilen die Bewerber einige Forderungen, darunter eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und hoher Erbschaften. Unterschiede bestehen bei der Verwendung zusätzlicher Staatseinnahmen sowie beim Verhältnis von Sozial- und Umweltpolitik. Royals Vorstoß macht jedoch deutlich, dass zunächst Erfahrung, politische Verankerung und die Abgrenzung zur Mitte den Vorwahlkampf prägen.

Quellen

  • Le Parisien mit Agence France-Presse
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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