Nach monatelangem Ringen kehrt die direkte Flugverbindung zwischen Pau und Paris-Orly zurück. Ein Erfolg für François Bayrou, der Bürgermeister von Pau und Premierminister Frankreichs ist,– trotz wirtschaftlicher Herausforderungen.
Eine wenig rentable Strecke kehrt zurück
Am Montag, dem 17. Februar, startet der erste Flug der neuen Verbindung zwischen Pau und Paris-Orly. Die Strecke war Ende Oktober eingestellt worden, nachdem die Air-France-Tochter Transavia wegen zu hoher Verluste den Betrieb aufgegeben hatte. Doch nun nimmt die französische Regionalfluggesellschaft Amelia die Verbindung wieder auf – mit einem angepassten Konzept.
Zwei Flüge täglich von Montag bis Freitag sollen die Strecke wiederbeleben. Der erste Start von Pau ist für 7:30 Uhr angesetzt. Anders als Transavia, die mit 190 Sitzplätzen kaum genügend Passagiere fand, setzt Amelia auf kleinere Maschinen mit etwa 50 Plätzen – eine Strategie, die auf Geschäftsreisende und Politiker abzielt.
François Bayrou: Kampf für eine „unverzichtbare Verbindung“
Für François Bayrou war die Wiederaufnahme der Strecke eine persönliche Mission. Der Bürgermeister von Pau und amtierende Premierminister kämpfte seit Monaten für die Rückkehr der Flüge nach Orly, die für viele Reisende deutlich praktischer sind als die nach Roissy-Charles de Gaulle.
„Alle Regionalflughäfen sollten sich zusammenschließen, um eine vernünftige Anbindung an Orly zu fordern“, erklärte Bayrou vor wenigen Tagen in einer Online-Veranstaltung. Besonders betont er den Vorteil der Lage: „Von Orly aus sind Sie in weniger als 30 Minuten mit der Metro im Stadtzentrum. Von Roissy kann es dagegen bis zu zwei Stunden dauern.“
Ein Prestigeprojekt mit finanziellen Risiken?
Doch die wirtschaftlichen Probleme bleiben. Transavia verlor mit der Strecke drei Millionen Euro pro Jahr – ein deutliches Zeichen dafür, dass die Nachfrage begrenzt ist. Die Hoffnung liegt nun auf den kleineren Flugzeugen von Amelia, die mit einer reduzierten Kapazität gezielt eine bestimmte Kundengruppe ansprechen: Geschäftsleute, Politiker und Führungskräfte, die eine schnelle Verbindung in die Hauptstadt brauchen.
Ob diese Strategie aufgeht, bleibt abzuwarten. Doch für François Bayrou steht fest: Die Flugverbindung Pau–Paris-Orly ist nicht nur ein praktisches Transportmittel, sondern auch ein Symbol für die Bedeutung der Provinzstädte im nationalen Verkehrsnetz.
Von C. Hatty