Politik & Gesellschaft

Rund 50 Geschäfte in Bordeaux nach Ausschreitungen schwer beschädigt

Nach den Ausschreitungen vom 17. Oktober sind in Bordeaux laut Handelskammer rund 50 Geschäfte schwer betroffen. Die Schäden könnten sich auf mehrere Hundert Millionen Euro belaufen.

Bordeaux – 18.10.2026: Nach den Ausschreitungen am Rande der landesweiten Mobilisierung vom 17. Oktober sind in Bordeaux nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Bordeaux Gironde rund 50 Geschäfte schwer getroffen worden. Kammerpräsident Patrick Seguin schätzte die Schäden auf mehrere Hundert Millionen Euro. Dabei handelt es sich um eine vorläufige Größenordnung, die neben beschädigten Gebäuden und verlorenen Waren auch wirtschaftliche Folgekosten einbezieht.

Die erste Bilanz der Stadt fällt ähnlich aus, umfasst jedoch eine größere Spanne. Bürgermeister Thomas Cazenave erklärte am Sonntag, im Zentrum und besonders in der Rue Sainte-Catherine seien 50 bis 100 Geschäfte geplündert oder beschädigt worden. Die Unterschiede lassen sich damit erklären, dass die Bestandsaufnahme noch andauert und Stadt sowie Handelskammer unterschiedliche Schadensgrade erfassen.

Besonders schwer traf die Gewalt die Rue Sainte-Catherine, eine der wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt. Dort wurde nach Medienberichten eine Decathlon-Filiale geplündert. Anschließend brach ein Feuer aus, das auch die Fassade des Gebäudes beschädigte. Am Sonntag waren im Zentrum zerstörte Schaufenster, aufgebrochene Eingänge und verstreute Waren zu sehen. Geschäftsleute sicherten ihre Räume und begannen, die Schäden für ihre Versicherungen zu dokumentieren.

Die Ausschreitungen ereigneten sich nach Angaben der Behörden am Rand einer zunächst überwiegend friedlichen Demonstration gegen die hohen Lebenshaltungskosten. Die Präfektur des Départements Gironde berichtete von Gruppen vermummter Personen, die Geschäfte und den Amtssitz der Präfektin angriffen. Das Gebäude in der Rue Vital-Carles wurde demnach im Hof und im Erdgeschoss verwüstet.

Bis Samstagabend nahm die Polizei in Bordeaux 55 Menschen fest. Nach der vorläufigen Behördenbilanz wurden 23 Personen verletzt, darunter 15 Angehörige der Sicherheitskräfte und acht Demonstrierende. Die Präfektur unterschied ausdrücklich zwischen den Teilnehmern des Protestzugs und jenen Gruppen, denen Plünderungen und Sachbeschädigungen zugerechnet werden.

Für den innerstädtischen Handel verschärfen die Zerstörungen eine bereits schwierige Lage. Die Handelskammer hatte schon im Sommer bei zahlreichen Betrieben eine sinkende Kundenfrequenz und schwächere Umsätze festgestellt. Nun müssen betroffene Unternehmen beschädigte Räume sichern, Versicherungsfälle melden, Warenbestände prüfen und über den Zeitpunkt einer Wiedereröffnung entscheiden. Für kleinere Läden können selbst vorübergehende Schließungen erhebliche Einnahmeausfälle bedeuten.

Die Schadenssumme dürfte erst nach der Prüfung durch Unternehmen, Versicherer und Eigentümer belastbarer werden. Präfektin Sophie Brocas kündigte unterdessen verstärkte Sicherheitsvorkehrungen für den nächsten angekündigten Mobilisierungstag am 5. November an.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • RTL
  • Präfektur von Gironde
  • Industrie- und Handelskammer Bordeaux Gironde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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