Paris – 18.09.2026: Michel Fournier, beigeordneter Minister für ländliche Räume, wird die französische Regierung verlassen. Der 76-Jährige kündigte seinen Rückzug am Donnerstag, dem 17. September, bei einem Regierungstreffen an. Er will sich künftig wieder der Vereinigung der ländlichen Bürgermeister Frankreichs widmen. Sein Ausscheiden soll zu Beginn der Woche ab dem 21. September wirksam werden.
Nach Angaben aus dem Umfeld von Premierminister Sébastien Lecornu kommt der Schritt nicht überraschend. Fournier habe den Regierungschef bereits seit längerer Zeit über seine Absicht unterrichtet. Die Rückkehr an die Spitze der Association des maires ruraux de France sei schon bei seinem Eintritt in die Regierung im Oktober 2025 erörtert worden. Offen ist nun, ob die Regierung das Amt neu besetzt oder die Zuständigkeiten innerhalb des Ministeriums für Raumordnung und Dezentralisierung neu verteilt.
Fournier steht für einen kommunalpolitisch geprägten Zugang zur ländlichen Entwicklung. Seit 1989 ist er Bürgermeister von Les Voivres im Département Vosges. Von 2020 bis zu seiner Berufung in die Regierung führte er die Vereinigung der ländlichen Bürgermeister. Nach seiner Ernennung ließ er dieses Amt ruhen, um die Unabhängigkeit des Verbands von der Exekutive zu wahren. Jean-Paul Carteret übernahm daraufhin kommissarisch die Leitung.
Als beigeordneter Minister sollte Fournier die Anliegen kleiner Gemeinden in der nationalen Politik vertreten. Zu seinem Arbeitsgebiet gehörten der Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, Mobilität, medizinische Versorgung und kommunale Planung. Unter seiner Zuständigkeit setzte die Regierung auch das Programm Villages d'avenir fort, das ländliche Kommunen bei Entwicklungs- und Investitionsvorhaben fachlich begleitet.
Das Programm wurde im Dezember 2023 als Teil des Plans France Ruralités begonnen und wird von der Nationalen Agentur für territorialen Zusammenhalt betreut. Es richtet sich an Gemeinden, die bei Vorhaben für Ortszentren, Wohnraum, Verkehr oder Dienstleistungen Hilfe bei Planung und Finanzierung benötigen. Im Juli 2026 hatte Fournier angekündigt, das Programm während der folgenden Kommunalwahlperiode fortzuführen.
Sein Abgang betrifft damit zwar einen kleineren Regierungsbereich, aber ein politisch sensibles Feld. Die Vereinigung der ländlichen Bürgermeister bündelt die Interessen zahlreicher kleiner Kommunen gegenüber Staat und Parlament. Mit Fournier erhält sie voraussichtlich einen Vorsitzenden zurück, der sowohl die kommunale Praxis als auch die Abläufe innerhalb der Regierung kennt.
Die offizielle Regierungsbiografie führte Fournier am Freitagmorgen weiterhin als beigeordneten Minister. Eine formelle Bekanntmachung seines Ausscheidens oder einer Nachfolge lag zu diesem Zeitpunkt noch nicht vor. Bis zur rechtlichen Umsetzung bleibt er Mitglied der Regierung Lecornu.
Quellen
- Franceinfo unter Berufung auf Matignon
- Französische Regierung
- Ministerium für Raumordnung und Dezentralisierung
- Association des maires ruraux de France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).