Paris – 07.08.2026: Prorussische Akteure haben ihre digitalen Einflussoperationen gegen französische Politiker im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 2027 ausgeweitet. Nach aktuellen Berichten gerieten drei erklärte oder mögliche Bewerber ins Visier manipulativer Kampagnen. Eine zentrale Rolle spielen die Netzwerke Storm-1516 und Matriochka, deren Inhalte über soziale Plattformen, nachgeahmte Medienseiten und koordinierte Konten verbreitet werden.
Storm-1516 zählt nach Einschätzung des französischen Dienstes Viginum zu den etablierten russischen Strukturen für Informationsmanipulation. Zwischen dem ersten Auftreten des Netzwerks Ende 2023 und dem 5. März 2025 dokumentierte die Behörde insgesamt 77 Operationen. Solche Kampagnen sollen häufig Personen oder Institutionen diskreditieren, Zweifel an demokratischen Verfahren nähren oder außenpolitische Positionen im Sinne Moskaus beeinflussen.
Zu den jüngsten Zielen gehörte Édouard Philippe, Vorsitzender der Partei Horizons und ehemaliger Premierminister. Ende Juli kursierten in sozialen Netzwerken falsche Behauptungen über seinen Gesundheitszustand. Auch Raphaël Glucksmann wurde Berichten zufolge zum Gegenstand einer Kampagne, die private Beziehungen und bekannte Medienpersönlichkeiten zu einer erfundenen Geschichte verband. Der dritte betroffene Bewerber wird im vorliegenden Ausgangsmaterial nicht benannt.
Das Vorgehen unterscheidet sich von klassischer Propaganda durch seine gestaffelte Verbreitung. Am Anfang stehen erfundene Videos, angebliche Dokumente oder gefälschte Nachrichtenseiten. Danach greifen unechte oder koordiniert handelnde Profile die Behauptungen auf. Ihre Wiederholung auf mehreren Plattformen soll den Anschein unabhängiger Bestätigung erwecken. Zugleich werden Redaktionen und Faktenprüfer dazu gebracht, Zeit und Aufmerksamkeit auf frei erfundene Vorwürfe zu verwenden.
Matriochka arbeitet mit einer verwandten Methode, zielt aber besonders auf Medien und Einrichtungen zur Überprüfung von Fakten. Die Betreiber verwenden deren Namen, Logos und visuelle Gestaltung für täuschend wirkende Fälschungen. Viginum beobachtet die Kampagne seit mindestens September 2023. Dabei geht es weniger darum, mit einer einzelnen Behauptung zu überzeugen, als die Grenze zwischen verlässlicher Nachricht und Manipulation dauerhaft zu verwischen.
Die französischen Behörden stufen solche Aktivitäten als ausländische digitale Einmischung ein, wenn technische Spuren, koordinierte Verbreitungswege und politische Ziele zusammenkommen. Viginum wurde 2021 gegründet, um entsprechende Vorgänge zu erkennen und öffentlich zu dokumentieren. Die Wirkung einzelner Operationen auf Wahlentscheidungen bleibt allerdings schwer zu messen: Große Reichweite bedeutet nicht zwangsläufig politische Resonanz.
Mit Blick auf die Präsidentschaftswahl 2027 geraten Parteien, Plattformbetreiber und Medien damit früher unter Handlungsdruck. Die Erfahrungen rund um die Kommunalwahlen vom 15. und 22. März 2026 belegen, dass ausländische Akteure verschiedene politische Lager gleichzeitig angreifen können. Das langfristige Risiko liegt in einem wachsenden Misstrauen gegenüber überprüfbaren Informationen und demokratischen Verfahren.
Quellen
- Franceinfo
- Viginum / Secrétariat général de la défense et de la sécurité nationale
- Französisches Verteidigungsministerium
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).