Umwelt

Russischer Löschflieger: Warum Frankreich den Beriev Be-200 nicht beschaffte

Frankreich habe den russischen Beriev Be-200 aus ideologischen Gründen zurückgewiesen, heißt es in sozialen Netzwerken. Tatsächlich wurde das Löschflugzeug bereits 2011 erprobt und entsprach nach Einschätzung der französischen Zivilsicherheit nicht deren Einsatzanforderungen.

Nîmes – 30.07.2026: Angesichts der eingeschränkten Verfügbarkeit französischer Canadair-Maschinen kursiert in sozialen Netzwerken erneut die Behauptung, Präsident Emmanuel Macron habe den Einsatz des russischen Löschflugzeugs Beriev Be-200 aus Russophobie abgelehnt. Dagegen sprechen Chronologie und Zuständigkeiten: Piloten der französischen Zivilsicherheit erprobten den Amphibienflieger bereits 2011 unter Einsatzbedingungen, sechs Jahre vor Macrons Amtsantritt.

Die Herkunft des Flugzeugs war nach den vorliegenden parlamentarischen Berichten nicht ausschlaggebend. Ein Bericht der Nationalversammlung hält fest, dass der Be-200 ES die besonderen Anforderungen der Direction générale de la sécurité civile et de la gestion des crises, der nationalen Zivilschutzbehörde, bei der betrieblichen Erprobung nicht erfüllte. Eine spätere parlamentarische Untersuchung bestätigte diese Bewertung und verwies zudem darauf, dass sich kein belastbarer Stückpreis ermitteln ließ.

Technisch ist der Be-200 durchaus leistungsfähig. Nach Angaben der Nationalversammlung kann er bis zu zwölf Tonnen Wasser aufnehmen, nahezu doppelt so viel wie ein Canadair CL-415. Das Flugzeug wurde in Russland und Aserbaidschan eingesetzt und kam unter anderem in Griechenland und Israel zum Einsatz. Eine größere Abwurfmenge allein macht ein Muster jedoch noch nicht für die französische Einsatzdoktrin geeignet.

Frankreich setzt bei Vegetationsbränden auf kurze Umlaufzeiten, erreichbare Wasserflächen und den koordinierten Einsatz mehrerer Maschinen. Die CL-415 nehmen jeweils rund 6.000 Liter auf und können Wasser auf geeigneten Gewässern nahe dem Brandgebiet schöpfen. Daneben nutzt die Zivilsicherheit Dash-8-Flugzeuge, die am Boden bis zu 10.000 Liter Wasser oder Löschmittel aufnehmen. Sie dienen insbesondere dazu, früh erkannte Brandherde rasch anzugreifen.

Der Streit über den Beriev greift dennoch ein reales Problem auf: Frankreichs Löschflugzeugflotte altert, ihre Einsatzbereitschaft steht seit Jahren unter Druck. Der Senat bezifferte den Bestand 2023 auf zwölf CL-415, acht Dash-8 und drei Beechcraft King 200 für Aufklärung und Einsatzkoordination. Wartung, Ersatzteilversorgung, die geringe Zahl verfügbarer Flugzeugtypen und die Ausbildung spezialisierter Besatzungen erschweren die Erneuerung der Flotte.

Als Nachfolger des CL-415 hat sich Frankreich im europäischen RescEU-Programm für den DHC-515 entschieden. Nach einem Senatsbericht von 2025 sollen die beiden für Frankreich vorgesehenen Maschinen im März und November 2028 eintreffen. Die Europäische Union finanziert die Flugzeuge; Frankreich trägt unter anderem Einfuhrabgaben, Ersatzteilpakete und weitere Betriebskosten. Der Anschaffungswert wurde auf rund 62 Millionen Euro je Maschine einschließlich Steuern geschätzt.

Für eine persönliche, ideologisch begründete Absage Macrons liefern die parlamentarischen Unterlagen somit keinen Beleg. Dokumentiert ist eine fachliche Erprobung von 2011, nach der der Beriev Be-200 nicht den Anforderungen der französischen Zivilsicherheit entsprach.

Quellen

  • Assemblée nationale: Bericht zur Haushaltsplanung 2016
  • Assemblée nationale: Bericht zur Zivilsicherheitsflotte 2018
  • Sénat: Bericht zur Erneuerung der Löschflugzeugflotte 2023
  • Sénat: Haushaltsbericht Zivilsicherheit 2025

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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