Moskau – 19.09.2026: Russland hat die Kontrolle über die russischen Gesellschaften des französischen Handelskonzerns Auchan, des Schweizer Lebensmittelherstellers Nestlé und weiterer westlicher Unternehmen übernommen. Grundlage ist ein Dekret von Präsident Wladimir Putin vom 17. September. Die betroffenen Vermögenswerte wurden dem russischen Unternehmen L.E.V. Management zur vorläufigen Verwaltung übertragen.
Die französischen Ministerien für Wirtschaft und auswärtige Angelegenheiten verurteilten den Schritt am Freitagabend. Paris forderte die russische Führung auf, ihre Entscheidung zurückzunehmen. Die Regierung wertet die Maßnahme als Eingriff in die Rechte europäischer Unternehmen, die weiterhin Vermögen oder Geschäftstätigkeiten in Russland besitzen.
Der Kreml spricht von einer vorübergehenden Verwaltung. Für die Eigentümer kann sie dennoch weitreichende Folgen haben: Sie verlieren den unmittelbaren Einfluss auf zentrale Entscheidungen ihrer russischen Gesellschaften. Das betrifft unter anderem die Unternehmensführung, die Verwendung von Erträgen und mögliche Verkäufe von Beteiligungen. Eine formale Enteignung sieht das Dekret zunächst nicht vor. Wie lange die Verwaltung dauern soll und unter welchen Bedingungen die bisherigen Eigentümer die Kontrolle zurückerhalten könnten, blieb offen.
Kremlsprecher Dmitri Peskow begründete die Entscheidung mit dem Konflikt zwischen Russland und westlichen Staaten. Die betroffenen Unternehmen stammen nach seiner Darstellung aus Ländern, die Moskau als unfreundlich einstuft und die Ukraine unterstützen. Seit dem Beginn des großangelegten russischen Angriffs auf die Ukraine hat die Regierung in Moskau den Rückzug westlicher Unternehmen zunehmend erschwert. Verkäufe benötigen behördliche Genehmigungen und sind häufig nur mit hohen Abschlägen möglich.
Ein russisches Dekret aus dem Jahr 2023 ermöglicht es, Vermögenswerte von Unternehmen aus sogenannten unfreundlichen Staaten unter zeitlich begrenzte Verwaltung zu stellen. Frühere Fälle betrafen das Russlandgeschäft des französischen Molkereikonzerns Danone und des dänischen Brauers Carlsberg. In beiden Fällen gelangten die Unternehmen später in die Hände neuer russischer Eigentümer. Die Bezeichnung als vorläufige Maßnahme bietet daher keine Gewähr für eine spätere Rückgabe.
Adeo, der französische Mutterkonzern von Leroy Merlin, hatte die Kontrolle über sein Russlandgeschäft bereits 2023 an das örtliche Management übertragen. Die nun betroffene Gesellschaft Le Monlid führt die früheren Baumärkte weiter. Ebenfalls unter die neue Verwaltung gestellt wurden russische Vermögenswerte des französischen Logistikkonzerns FM Logistic.
Nestlé teilte mit, das Dekret und seine möglichen Folgen zu prüfen. Auchan Russland bat die Behörden Medienberichten zufolge um Erläuterungen. Welche Auswirkungen der Kontrollwechsel auf Beschäftigte, Lieferanten und den laufenden Betrieb der Geschäfte hat, war zunächst nicht bekannt.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Agence France-Presse
- Euronews
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).