Laura Felpin ist vielen bekannt als Annick aus der Serie Le Flambeau oder als Billie aus Bref.2. Eine Schauspielerin, die mit ihrem Humor und ihrer charmanten Art die französische Comedy-Szene im Sturm erobert hat. Doch diesmal sorgt sie nicht für Lacher – sondern für einen ehrlichen, zutiefst menschlichen Einblick in ihr Leben. Denn Laura Felpin hat Krebs.
Genauer gesagt: Schilddrüsenkrebs. In einem Interview hat sie nun öffentlich gemacht, was sie im Dezember durchlebte. Eine verdächtige Schwellung an ihrer Schilddrüse wurde entfernt – ein Routineeingriff zunächst. Doch kurz vor der Premiere ihrer Serie kam die niederschmetternde Nachricht: Der Knoten war bösartig.
Das bedeutete eine vollständige Entfernung der Schilddrüse. Und lebenslange medikamentöse Behandlung.
Doch Laura wäre nicht Laura, wenn sie nicht selbst in dieser ernsten Situation ihren ganz eigenen Ton finden würde. In einer Instagram-Story schrieb sie, sie habe „einen Krebs pepouze“ – also einen entspannten Krebs – und meinte augenzwinkernd, sie hätte wohl eher die Chance, von einem Bus überfahren zu werden, als daran zu sterben. Das ist schwarzer Humor in Reinform – und gleichzeitig ein Versuch, die Kontrolle über die eigene Geschichte zu behalten.
Dabei ging es ihr um mehr als nur einen medizinischen Befund. Felpin nutzte die Gelegenheit, um das Gespräch auf ein größeres Thema zu lenken: den offenen Umgang mit Krankheit. „Ich finde, man sollte öffentlich darüber reden“, erklärte sie. Für sie gehöre das genauso zum Leben wie Glücksmomente. Krankheit, Erschöpfung, Depression – das alles sei Teil unserer Existenz. „Der Winter existiert, um uns daran zu erinnern, dass es Sommer gibt“, sagte sie. Eine poetische Umschreibung für die emotionale Achterbahn, auf der sie aktuell unterwegs ist.
Und dann spricht sie etwas aus, das viele Betroffene nachvollziehen können: Die psychische Belastung wiegt manchmal schwerer als die körperliche. „Es deprimiert sehr, müde zu sein“, gibt sie zu. Dieses ständige Ausgebranntsein – gerade wenn man eigentlich auf der Bühne glänzen und andere zum Lachen bringen will. Der Druck, stark zu bleiben, kann enorm sein. Und genau deshalb müsse man auch darüber reden dürfen.
War das nicht längst überfällig?
Denn Laura Felpins Karriere war in den letzten Jahren geradezu raketenhaft. Von Serien-Hits über Kino-Projekte bis zu ihrer gefeierten Stand-up-Tour Ça passe, mit der sie sogar einen Molière gewann – alles ging Schlag auf Schlag. Termine, Drehs, Premieren, Interviews. Ihre To-do-Liste dürfte länger gewesen sein als ein französischer Baguette-Laib.
Jetzt, nach der Diagnose, will sie „einen Gang zurückschalten“. Keine große Pause, kein Drama – aber ein bewusster Schritt hin zu mehr Achtsamkeit. Und trotzdem bleibt sie präsent: Schon bald ist sie in der Komödie L’Amour c’est surcôté zu sehen. Und am 2. April erscheint auf Netflix der Film Banger, in dem sie ebenfalls mitspielt. Man könnte sagen: Sie bleibt dran – nur ein bisschen leiser, ein bisschen weiser.
Vielleicht ist das genau die Art Stärke, die uns in einer Welt voller Filter und Perfektion fehlt. Jemand, der sagt: „Ja, ich bin krank. Und ja, ich arbeite trotzdem. Aber nicht mehr auf Kosten meiner selbst.“ Das hat nichts mit Schwäche zu tun – im Gegenteil.
Laura Felpin hat es geschafft, selbst einer Krebsdiagnose einen menschlichen, offenen, fast schon versöhnlichen Ton zu geben. Dabei wirkt sie weder pathetisch noch trotzig – sondern einfach ehrlich. Und das ist wohl das Mutigste, was man tun kann.
Von C. Hatty