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Schock im Schulbus: 182 Fahrer unter Alkohol- oder Drogeneinfluss erwischt

Fast zwei Dutzend Kinder steigen ein. Der Motor brummt. Für viele ist der Schulbus der Start in den Tag – ein sicherer Ort, ein vertrauter Rhythmus. Doch hinter dem Lenkrad lauert manchmal das Risiko: Seit Jahresbeginn wurden in Frankreich 182 Schulbusfahrer bei Drogentests oder Alkoholkontrollen positiv getestet. Eine alarmierende Zahl, die das Vertrauen ins System…

Illustration Pixabay

Fast zwei Dutzend Kinder steigen ein. Der Motor brummt. Für viele ist der Schulbus der Start in den Tag – ein sicherer Ort, ein vertrauter Rhythmus. Doch hinter dem Lenkrad lauert manchmal das Risiko: Seit Jahresbeginn wurden in Frankreich 182 Schulbusfahrer bei Drogentests oder Alkoholkontrollen positiv getestet. Eine alarmierende Zahl, die das Vertrauen ins System ins Wanken bringt.

Wenn Sicherheit zur Lotterie wird

Fast 30.000 Kontrollen hat die französische Polizei seit Januar 2025 durchgeführt. Bei 119 Fahrern wurden Drogen festgestellt, 63 standen unter Alkoholeinfluss. Gemessen an der Gesamtzahl von Schulbusfahrern wirkt das zunächst marginal. Doch jede einzelne Fahrt unter Einfluss ist eine zu viel – denn in jedem Bus sitzen Kinder. Jeden Tag sind es rund 1,9 Millionen, die auf diese Art zur Schule und wieder nach Hause kommen.

Und sie vertrauen darauf, dass der Fahrer nüchtern und aufmerksam ist.

Die Zahlen entstammen einem Besuch von Verkehrsminister Philippe Tabarot in Eure-et-Loir. Er wollte Sicherheit demonstrieren. Doch was bleibt, ist ein Gefühl von Unruhe.

Der „Plan Joana“: Ein Name, ein Schicksal, ein Wendepunkt

Hinter dem Regierungsplan steht eine Tragödie. Joana, eine französische Schülerin, verlor ihr Leben bei einem Schulbusunfall – der Fahrer stand unter Cannabiseinfluss. Seit dem 30. April 2025 trägt der neue Maßnahmenkatalog ihren Namen: „Plan Joana“.

Kern des Programms: verpflichtende, mindestens einmal jährlich durchgeführte Drogentests bei allen Fahrern. In der Praxis wenden viele Transportunternehmen diese Tests mittlerweile öfter an – teils unangekündigt, teils in enger Zusammenarbeit mit den Behörden.

Der Plan ist mehr als Symbolpolitik. Er soll das Gefühl von Verantwortung schärfen – und zwar auf allen Ebenen.

Technik als neuer Co-Pilot

Alkoholtests vor Fahrtantritt – das kennt man. Doch jetzt kommt ein neues Gerät ins Spiel: der sogenannte „Stupotest“. Ähnlich dem Alcolock-System verhindert dieser die Inbetriebnahme des Fahrzeugs, wenn beim Fahrer Drogen im Körper nachgewiesen werden.

Noch steckt die Technik in der Testphase. Doch schon bald könnte sie zum Standard werden.

Zusätzliche Sicherheitssysteme sind ebenfalls in der Diskussion: Sitzgurte mit akustischer Warnung, falls sie nicht angelegt sind. Notfallhämmer, die im ganzen Bus verteilt angebracht werden. Alles Maßnahmen, die den Ernstfall entschärfen sollen – wenn er denn eintritt.

Unfälle – weniger, aber nie harmlos

Statistisch betrachtet zählt der Schulbus nach wie vor zu den sichersten Verkehrsmitteln in Frankreich. Zwischen Januar und August 2025 wurden 103 Unfälle mit Schulbussen registriert – 35 weniger als im Vorjahr.

Und doch bleibt das Restrisiko.

Drei Todesfälle, 108 Leichtverletzte – Zahlen, die keine Schlagzeile brauchen, um nachzuwirken. Besonders, wenn man bedenkt, dass hinter jeder Zahl ein Kind, eine Familie, eine Geschichte steht.

Die Anateep – die nationale Vereinigung für Schülertransporte – mahnt zur Ruhe, aber nicht zur Nachlässigkeit. Sicherheit sei ein Prozess, kein Zustand.

Vertrauen – ein fragiles Gut

Sicherheit ist messbar. Vertrauen nicht.

Die Regierung tut, was sie kann: kontrollieren, aufrüsten, sensibilisieren. Doch auch die Transportunternehmen sind gefordert – ebenso wie die Gesellschaft. Denn wer am Steuer sitzt, trägt Verantwortung. Wer dort sitzt, darf keine Zeitbombe sein.

Was also tun? Noch schärfere Kontrollen? Technische Aufrüstung? Oder braucht es vor allem ein Umdenken?

Vielleicht ist es an der Zeit, dass Schulbusfahrer den gleichen Status erhalten wie Piloten oder Lokführer – mit regelmäßigen Gesundheitschecks, psychologischen Tests und absoluter Nulltoleranz bei Alkohol und Drogen.

Denn jedes Kind verdient eine sichere Fahrt zur Schule.

Von C. Hatty

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