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Schüsse auf der Weide – Viehdiebstahl und tote Schafe erschüttern einen Hof im Departement Mayenne

Es ist ein Bild, das selbst hartgesottenen Landwirten den Magen umdreht. Tote Schafe auf der Weide, Blut im Gras, dazu das Fehlen ganzer Würfe von Lämmern. In der kleinen Gemeinde Gennes-Longuefuye im Süden des Départements Mayenne sind Züchter Opfer eines Vorfalls geworden, der sprachlos macht. Als das Ehepaar Anfang der Woche seine Tiere kontrollieren wollte,…

Illustration Rolf Schmidbauer

Es ist ein Bild, das selbst hartgesottenen Landwirten den Magen umdreht. Tote Schafe auf der Weide, Blut im Gras, dazu das Fehlen ganzer Würfe von Lämmern. In der kleinen Gemeinde Gennes-Longuefuye im Süden des Départements Mayenne sind Züchter Opfer eines Vorfalls geworden, der sprachlos macht.

Als das Ehepaar Anfang der Woche seine Tiere kontrollieren wollte, stieß es auf vier tote Mutterschafe. Zwei weitere waren schwer verletzt und verendeten wenig später. Beim Wenden eines Kadavers entdeckte der Züchter eine auffällige Wunde an der Schulter. Kein Riss, kein Unfall. Eher ein Einschuss. Kurz darauf fanden sich weitere Hinweise: Einschusslöcher, eine Patronenhülse, dazu Bissspuren an mehreren Tieren. Parallel dazu fehlten 17 Lämmer – spurlos verschwunden.

Die Staatsanwaltschaft in Laval bestätigte die Aufnahme von Ermittlungen. Untersucht wird nicht nur der Diebstahl, sondern auch die genaue Todesursache der Tiere. Der Verdacht: Schüsse aus einer Feuerwaffe. Für einen landwirtschaftlichen Betrieb ist das ein Schockmoment, der tief sitzt. Die betroffenen Tiere machen einen erheblichen Teil des Bestands aus. Wirtschaftlich ein herber Schlag, emotional kaum zu beziffern.

Die Züchterin Charlène Lechat spricht offen von Wut, Fassungslosigkeit – und von Angst. Wer schießt auf Nutztiere? Wer bewegt sich nachts bewaffnet über Weiden? Fragen, die im ländlichen Raum lange nachhallen. Auf sozialen Netzwerken richtete das Paar einen öffentlichen Zeugenaufruf an die Bevölkerung. Jemand muss etwas gesehen oder gehört haben. Ein Auto, ein Licht, ein Knall.

Noch herrscht Stille. Aber sie ist trügerisch. Denn wenn selbst abgelegene Weiden kein sicherer Ort mehr sind, gerät mehr ins Wanken als ein einzelner Hof.

Von Daniel Ivers