Politik & Gesellschaft

Schüler in Lyon fordern mehr Geld für Schulen

Schülerinnen und Schüler haben in Lyon erneut gegen überlastete Stundenpläne, marode Gebäude und das Zulassungsverfahren Parcoursup demonstriert. Die Regierung verweist auf eine laufende Konsultation, die Protestbewegung verlangt jedoch konkrete Zusagen für Personal und Ausstattung.

Lyon – 13.10.2026: Schülerinnen und Schüler haben in Lyon ihre Proteste gegen die Zustände an französischen Gymnasien fortgesetzt. Am fünften Aktionstag richtete sich der Unmut vor allem gegen lange und unausgewogene Stundenpläne, bauliche Mängel, fehlendes Personal und das Zulassungsverfahren Parcoursup. Auch aus anderen französischen Städten wurden am Dienstag Blockaden und Kundgebungen gemeldet.

In Lyon begann am Vormittag eine Demonstration am Place Guichard. Unterstützt wurden die Jugendlichen von Bildungsgewerkschaften und dem Elternverband FCPE. Ihre Forderungen reichen von zusätzlichen Lehrkräften und verlässlichen Vertretungen bei Ausfällen bis zu Investitionen in die Schulgebäude. Teile der Bewegung verlangen außerdem die Abschaffung von Parcoursup, über das ein großer Teil der Studienplätze nach dem Abitur vergeben wird.

Die Regierung reagierte auf die seit Mitte September andauernden Proteste mit einer digitalen Konsultation. Einer von Premierminister Sébastien Lecornu veröffentlichten ersten Auswertung zufolge betrafen 71 Prozent der Beiträge die Organisation des Schulalltags und die Arbeitsbelastung. Probleme mit Gebäuden und materieller Ausstattung nannten 51 Prozent, Lehrerausfälle und Vertretungen 28,5 Prozent. Die Größe der Klassen kam in 24 Prozent der Eingaben zur Sprache.

Damit treten neben der Kritik an Parcoursup vor allem Schwierigkeiten hervor, die den Alltag der Jugendlichen unmittelbar prägen. Dazu zählen lange Unterrichtstage, Freistunden zwischen einzelnen Kursen und kurzfristige Änderungen, wenn Lehrkräfte fehlen. Parcoursup wiederum steht für die Unsicherheit beim Übergang von der Schule an die Hochschule und bleibt deshalb ein zentraler Bezugspunkt der Proteste.

Die Forderungen betreffen mehrere politische Ebenen. Für die Gymnasien und deren Gebäude sind in Frankreich grundsätzlich die Regionen zuständig, während der Staat das Lehrpersonal und wesentliche Teile der Bildungsorganisation verantwortet. Verbesserungen erfordern daher Absprachen zwischen dem Bildungsministerium, den Schulbehörden und den regionalen Trägern. Den demonstrierenden Jugendlichen genügen allgemeine Zusagen bislang nicht; sie verlangen nachvollziehbare Entscheidungen über Stellen, Vertretungen und Investitionen.

Nach Regierungsangaben hatten bis Ende der vergangenen Woche rund 67.000 Jugendliche Beiträge auf der Konsultationsplattform hinterlassen. Aus Regierungskreisen wurde zugleich auf eine nachlassende Beteiligung an den Protesten verwiesen. Die Bewegung blieb am Dienstag dennoch landesweit sichtbar: Betroffen waren Schulen von Guingamp über Paris bis Lyon. In der Hauptstadt führte ein Demonstrationszug vom Place d'Italie in Richtung Invalidendom.

Für Samstag, den 17. Oktober, ist eine weitere Demonstration gegen steigende Lebenshaltungskosten angekündigt, der sich Schülergruppen anschließen könnten. Ein gemeinsamer Ablauf für Lyon war am Dienstag noch nicht offiziell bestätigt. Grundlage für weitere Verhandlungen bleiben damit die rund 67.000 Beiträge, die Jugendliche auf der staatlichen Plattform eingereicht haben.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • TF1 Info
  • FCPE
  • Ministerium für nationale Bildung
  • SNES-FSU Lyon

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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