Paris – 08.10.2026: Frankreichs Schüler- und Studierendenorganisationen haben für den 8. Oktober zu einer weiteren landesweiten Protestwelle aufgerufen. Die Union syndicale lycéenne und die Union étudiante bezeichnen den Aktionstag als vierten Abschnitt ihrer seit Ende September andauernden Mobilisierung. Mehrere Gewerkschaften des Bildungswesens unterstützen den Aufruf, darunter FSU, UNSA, Force ouvrière, CFDT, CGT und Sud.
Die Organisationen verlangen ein Gespräch mit Premierminister Sébastien Lecornu. Nach Treffen mit Bildungsminister Édouard Geffray und dem für die Hochschulen zuständigen Minister Philippe Baptiste sehen sie bislang keine konkreten Zusagen. Die Bewegung will der Regierung eigene, bezifferte Vorschläge unterbreiten. Zugleich kritisieren ihre Vertreter, dass die Exekutive vor allem Konsultationen und Prüfaufträge ankündige.
Im Forderungskatalog stehen 250.000 zusätzliche Studienplätze sowie die Abschaffung der Auswahlverfahren über Parcoursup und Mon Master. Hinzu kommen mehr Personal an Schulen, ein verlässlicher Ersatz bei längeren Ausfällen von Lehrkräften, kleinere Klassen und bessere Lernbedingungen. Der Konflikt reicht damit über die Zulassung zu den Hochschulen hinaus. Er berührt die personelle und finanzielle Ausstattung des gesamten Bildungssystems.
Die Regierung versucht, die Proteste mit politischen Zugeständnissen einzudämmen. Lecornu kündigte fünf Arbeitsfelder an: den Ersatz fehlender Lehrkräfte, den Zustand der Schulgebäude, die Organisation der Unterrichtszeiten, eine Überprüfung von Parcoursup für das Zulassungsverfahren 2027 sowie neue Beteiligungsmöglichkeiten für Schüler. Erste Entscheidungen stellte der Premierminister für Ende Oktober in Aussicht.
Am 6. Oktober waren Demonstrationen und Blockaden dem neuen Aktionstag vorausgegangen. Nach Angaben von Behörden und Organisatoren beteiligten sich landesweit zwischen 266.000 und 450.000 Menschen, darunter Schüler, Studierende, Eltern und Beschäftigte des Bildungswesens. Die Union étudiante berichtete außerdem von Störungen oder Blockaden an einem großen Teil der Hochschulstandorte. Diese Angaben lassen sich bislang nur teilweise unabhängig überprüfen.
Parcoursup ist die zentrale digitale Plattform für Bewerbungen an französischen Hochschulen. Sie verteilt keine Studienplätze nach einem einzigen landesweiten Schlüssel; die Hochschulen prüfen Bewerbungen anhand hinterlegter Kriterien. Kritiker bemängeln mangelnde Transparenz und den starken Auswahldruck. Die Regierung hat eine Vereinfachung und größere Nachvollziehbarkeit zugesagt, lehnt eine vollständige Abschaffung bislang jedoch ab.
Auch die verlangten zusätzlichen Studienplätze hätten weitreichende Folgen: Neue Kapazitäten erfordern dauerhaft mehr Lehrpersonal, Räume und soziale Infrastruktur. Die Bildungsgewerkschaften haben ihre Mitglieder aufgerufen, die Aktionen am 8. Oktober auch mit Streiks zu unterstützen. Schüler- und Studierendenverbände halten unterdessen an ihrer Forderung fest, unmittelbar von Lecornu empfangen zu werden.
Quellen
- Le Monde
- SNES-FSU
- Union étudiante
- L'Étudiant
- Ministerium für Hochschulbildung und Forschung
- TV5Monde
- TF1 Info
- Public Sénat
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).