Politik & Gesellschaft

Schülergewerkschaft weist Bildungszusagen zurück

Die Union Syndicale Lycéenne verlangt verbindliche Schritte gegen Unterrichtsausfälle. Nach den Ankündigungen von Bildungsminister Édouard Geffray ruft sie für den 6. Oktober zu weiteren Protesten auf.

Paris – 04.10.2026: Die französische Schülergewerkschaft Union Syndicale Lycéenne (USL) hält die jüngsten Zusagen von Bildungsminister Édouard Geffray für unzureichend. Nach Gesprächen mit Vertretern von Schülern, Eltern und Lehrkräften am 2. Oktober kündigte der Minister an, die Vertretung fehlender Lehrer schneller zu organisieren. Vorrang sollen Klassen erhalten, die vor Abschlussprüfungen stehen.

Die USL sieht darin noch keinen ausreichenden politischen Schritt. Ein Gewerkschaftsvertreter erklärte, der Dialog sei zwar eröffnet worden, konkrete Entscheidungen fehlten jedoch. Die Organisation ruft deshalb dazu auf, die Mobilisierung fortzusetzen und sich am Dienstag, dem 6. Oktober, an einer weiteren landesweiten Protestaktion zu beteiligen. Der Konflikt über die Bedingungen an Frankreichs Gymnasien dauert damit trotz der Gespräche im Ministerium an.

Die Proteste richten sich gegen mehrere Belastungen des Schulalltags. Schüler kritisieren fehlendes Personal, sanierungsbedürftige Gebäude, dichte Stundenpläne und den Druck des zentralen Hochschulzulassungsverfahrens Parcoursup. Viele dieser Probleme können einzelne Schulen kaum aus eigener Kraft beheben. Personalstellen, Vertretungsreserven und größere Investitionen hängen von Entscheidungen des Ministeriums, der regionalen Bildungsbehörden und des Haushaltsgesetzgebers ab.

Geffray will zu Beginn der Woche vom 5. Oktober die Rektoren der Bildungsregionen zusammenrufen, um einen Aktionsplan für Lehrervertretungen auszuarbeiten. Zudem stellte er Arbeitsgruppen zur Beteiligung von Schülern an schulischen Entscheidungen sowie zur Gestaltung von Wochen- und Jahresrhythmen in Aussicht. Für eine grundlegende Neuordnung des Schulkalenders kündigte er jedoch keine schnelle Entscheidung an. Eine Umsetzung bis zum Schuljahr 2027 sei nicht vorgesehen.

Der Vorrang für Abschlussklassen ist administrativ nachvollziehbar: Dort gefährdet ausgefallener Unterricht unmittelbar die Vorbereitung auf das Abitur und andere Prüfungen. Das grundsätzliche Problem langwieriger Vertretungsausfälle wird dadurch allerdings nicht behoben. Die USL verlangt Vorkehrungen, die über die Verteilung knapper Personalreserven hinausgehen und die Unterrichtsversorgung an sämtlichen Gymnasien verlässlich sichern.

Wie angespannt die Personallage ist, zeigte sich bereits zu Schuljahresbeginn. Nach einer Erhebung der Lehrergewerkschaft SNES-FSU fehlte in der ersten Unterrichtswoche an 53 Prozent der befragten öffentlichen Collèges und Gymnasien mindestens eine Lehrkraft. Ministeriellen Statistiken zufolge wurden im Schuljahr 2024/2025 außerdem zehn Prozent der vorgesehenen Unterrichtsstunden an Gymnasien nicht erteilt.

Der Minister verband seine Gesprächsangebote mit dem Appell, Proteste im Rahmen demokratischer Verfahren auszutragen. Er verwies zugleich auf Gewalt bei einzelnen Blockaden und auf Beteiligte, die nach seiner Darstellung keine Schüler waren. Die USL hält dem die mangelhafte Unterrichtsversorgung entgegen. Als konkrete Folge der Gespräche vom 2. Oktober steht bislang vor allem der angekündigte Aktionsplan der regionalen Bildungsbehörden fest.

Quellen

  • Franceinfo
  • Französisches Bildungsministerium
  • TF1 Info
  • Le Monde
  • Le Parisien

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels