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Schülerproteste bringen Hunderttausende in Frankreich auf die Straße

Bei der fünften landesweiten Mobilisierung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden gingen die Angaben zur Beteiligung weit auseinander. Das Innenministerium zählte 161.500 Demonstrierende, das Bündnis der Jugendgewerkschaften 480.000.

Paris – 13.10.2026: Die fünfte landesweite Protestaktion von Schülerinnen, Schülern und Studierenden hat am Dienstag zahlreiche Städte Frankreichs erfasst. Das Innenministerium zählte insgesamt 161.500 Demonstrierende. Das Bündnis der Jugendgewerkschaften sprach dagegen von 480.000 Teilnehmenden. Beide Angaben beziehen sich auf denselben Protesttag, wurden jedoch nach unterschiedlichen Verfahren erhoben. Eine einheitliche Gesamtzahl lässt sich daraus nicht ableiten.

In Paris registrierte das Innenministerium 41.500 Menschen in zwei Demonstrationszügen. Am Ende eines Zuges kam es zu Spannungen, nachdem die Kundgebungen zunächst überwiegend ohne größere Zwischenfälle verlaufen waren. Auch in anderen Städten gingen Jugendliche, Studierende und Beschäftigte aus dem Bildungsbereich auf die Straße.

Das Bildungsministerium meldete landesweit 214 geschlossene Schulen. Eine Woche zuvor hatte die Behörde noch 800 geschlossene Einrichtungen erfasst. In der Region Île-de-France waren am Dienstag 90 öffentliche Gymnasien beeinträchtigt; an 70 Schulen wurde Fernunterricht angeboten. Insgesamt gibt es dort 468 öffentliche Gymnasien. Die Proteste trafen den Schulbetrieb damit weiterhin spürbar, allerdings weniger stark als bei der vorangegangenen Mobilisierung.

Die Demonstrierenden fordern mehr Personal und bessere materielle Bedingungen an den Schulen. Sie kritisieren Unterrichtsausfälle wegen nicht ersetzter Lehrkräfte, überfüllte Klassen, sanierungsbedürftige Gebäude und eng getaktete Stundenpläne. Hinzu kommt der Unmut über Parcoursup, die zentrale Plattform für die Vergabe von Studienplätzen. Deren Auswahl- und Zulassungsverfahren empfinden viele Schülerinnen und Schüler als zusätzlichen Druck in einer ohnehin belastenden Phase vor dem Schulabschluss.

Die Bewegung hatte Mitte September in der Île-de-France begonnen und sich anschließend auf andere Landesteile ausgeweitet. Nach Angaben des Innenministeriums demonstrierten am 8. Oktober 71.500 Menschen. Für die vorherige Aktion am 6. Oktober meldeten die Behörden 266.000 Teilnehmende. Die Schätzungen der Organisatoren lagen jeweils höher. Solche Abweichungen sind bei Demonstrationen üblich, weil Behörden und Veranstalter Teilnehmerströme zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit eigenen Methoden erfassen.

Vertreterinnen und Vertreter der beteiligten Jugendorganisationen riefen dazu auf, die Mobilisierung während der Herbstferien fortzusetzen. Zudem warben sie für die angekündigte Aktion gegen hohe Lebenshaltungskosten am Samstag, dem 17. Oktober 2026. Damit verknüpfen die Organisationen die Kritik an den Zuständen im Bildungswesen mit sozialen Forderungen, die auch Studierende und junge Erwerbstätige betreffen.

Unabhängig vom Streit über die Teilnehmerzahl dokumentieren die Angaben des Bildungsministeriums konkrete Folgen: 214 Schulen blieben geschlossen, zahlreiche weitere Einrichtungen mussten ihren Betrieb einschränken oder auf Fernunterricht ausweichen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • RTL

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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