Politik & Gesellschaft

Schülerproteste mobilisieren 256.000 Menschen in Frankreich

Beim bislang größten Aktionstag der laufenden Schülerproteste zählte das Innenministerium am 6. Oktober 256.000 Teilnehmende. Die Organisatoren sprechen von 450.000 Menschen und fordern mehr Personal sowie bessere Bedingungen an Schulen.

Paris – 07.10.2026: Die jüngste landesweite Mobilisierung von Schülerinnen, Schülern und Studierenden hat nach Angaben des Innenministeriums 256.000 Menschen auf die Straßen gebracht, davon 56.000 in Paris. Die beteiligten Schüler- und Studierendenorganisationen nannten deutlich höhere Zahlen: Sie sprachen von 450.000 Teilnehmenden in Frankreich und 100.000 in der Hauptstadt. Damit verzeichnete der dritte Aktionstag des laufenden Protests seine bislang größte Beteiligung.

Die Demonstrationen richteten sich vor allem gegen fehlende Mittel im Bildungswesen. Gefordert werden mehr Lehrkräfte und weiteres Personal, verlässliche Vertretungen bei Unterrichtsausfall, bessere Schulgebäude sowie eine stärkere Ausstattung der Schulgesundheitsdienste und der Berufsberatung. Die beteiligten Organisationen verlangen außerdem Änderungen an den Zugangsverfahren zu Hochschulen, insbesondere bei Parcoursup und Mon Master, sowie zusätzliche Studienplätze.

In Paris begann der Demonstrationszug an der Place de la République und führte zur Place de la Nation. Nach einem zunächst weitgehend geordneten Verlauf kam es dort am Nachmittag zu Auseinandersetzungen. Die Polizei setzte Berichten zufolge Tränengas ein und nahm mehrere Menschen fest. Der Pariser Polizeipräfekt Patrice Faure meldete für den Großraum Paris 90 Festnahmen, davon 58 am Morgen und 32 am Nachmittag.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden am Dienstag landesweit 488 Menschen festgenommen; 43 Angehörige der Sicherheitskräfte erlitten Verletzungen. Die Bilanz bezieht sich auf den gesamten Aktionstag und lässt nicht erkennen, wie viele der Festgenommenen Schülerinnen oder Schüler waren. Nach Angaben der Behörden waren zudem 891 von rund 3.700 Gymnasien und vergleichbaren weiterführenden Schulen vollständig oder teilweise von Störungen betroffen.

Premierminister Sébastien Lecornu kündigte in der Nationalversammlung an, den regulären Unterricht zwischen Mittwoch und Freitag für einen halben Tag auszusetzen. Die Schulleitungen sollen diese Zeit für Gespräche mit den Schülerinnen und Schülern nutzen. Lecornu stellte zudem weitere Beratungen über Parcoursup in Aussicht und sprach sich für transparentere, einfachere Verfahren aus. Am Zugangssystem selbst hält die Regierung grundsätzlich fest.

Unterstützung erhielt die Mobilisierung von Hochschulgruppen und Beschäftigten des Bildungswesens. Das Hochschulministerium gab an, dass rund 40 Prozent der öffentlichen Hochschulen von Störungen, Teilblockaden, Besetzungen oder vorsorglichen Schließungen betroffen gewesen seien. Vertreter der Union Étudiante wollen bei Gesprächen mit dem Ministerium auf verbindliche Zusagen zu zehn gemeinsam formulierten Sofortforderungen dringen. Diese reichen von besseren Lernbedingungen an Schulen bis zu einem leichteren Hochschulzugang und einer stärkeren sozialen Absicherung junger Menschen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Le Monde
  • La Tribune mit AFP

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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