Paris – 05.10.2026: Die französischen Schülerproteste beeinträchtigen am Montag den Unterricht an Hunderten Schulen. Bildungsminister Edouard Geffray zufolge ist der Betrieb an 400 bis 500 der rund 3.700 Gymnasien des Landes aus Sicherheitsgründen vollständig oder teilweise ausgesetzt. Besonders stark betroffen ist die Region Île-de-France: Regionalpräsidentin Valérie Pécresse sprach von mehr als 160 geschlossenen Gymnasien.
Die Mobilisierung begann am 17. September in der Pariser Region und hat sich seither über Frankreich ausgebreitet. Schülerinnen und Schüler fordern vor allem zusätzliches Lehrpersonal, bessere bauliche Bedingungen und verlässlichere Unterrichtsangebote. Die Anliegen unterscheiden sich von Schule zu Schule, richten sich jedoch häufig gegen Personalmangel, ausfallende Stunden und überfüllte Einrichtungen.
Inzwischen erreicht die Bewegung auch die Hochschulen. Philippe Baptiste, Minister für Hochschulwesen und Forschung, rechnet mit Beeinträchtigungen an etwa 40 Standorten. Der Konflikt geht damit über einzelne Blockaden vor Gymnasien hinaus und erfasst mehrere Stufen des französischen Bildungssystems. Schülerorganisationen haben zudem für Dienstag, den 6. Oktober, zu weiteren Aktionen aufgerufen. Gewerkschaften unterstützen den Protesttag.
Die Regierung verbindet ihren Appell zur Wiederaufnahme des Unterrichts mit dem Versprechen politischer Gespräche. Premierminister Sébastien Lecornu forderte am Sonntag, den Schulbetrieb überall dort fortzusetzen, wo die Sicherheitslage es erlaubt. Zugleich kündigte er mehrere Arbeitsbereiche an, in denen die Regierung auf Beschwerden aus den Schulen reagieren will. Konkrete Ergebnisse dieser Beratungen liegen bislang nicht vor.
Zugleich verschärfen die Behörden ihre Sicherheitsvorkehrungen. In mehreren Départements der Île-de-France und im Département Oise untersagten die Präfekturen für Montag Versammlungen und Demonstrationen vor ausgewählten Schulen. Anlass sind Auseinandersetzungen während vorangegangener Aktionen. Das Innen- und das Bildungsministerium hatten bereits Ende September Präfekten und Rektoren zu einer landesweiten Lagebesprechung zusammengerufen.
Für die Regierung verbindet sich der bildungspolitische Konflikt mit einer breiteren sozialen Mobilisierung. Sie muss den Unterricht gewährleisten, Gewalttaten am Rand der Proteste verhindern und zugleich auf strukturelle Mängel reagieren, die Schülerinnen und Schüler seit Wochen anprangern. Pauschale Sicherheitsmaßnahmen bergen dabei das Risiko, auch friedliche Proteste einzuschränken.
Der Umfang der Bewegung ist binnen weniger Tage erheblich gewachsen. Ende September waren nach Angaben des Innenministeriums 180 Einrichtungen von Protesten betroffen. Am 5. Oktober liegt die Zahl der Schulen mit ganz oder teilweise ausgesetztem Unterricht nach Angaben des Bildungsministers bereits zwischen 400 und 500.
Quellen
- Franceinfo
- Ministerium für nationale Bildung
- Le Monde
- Le Parisien
- LCP – Assemblée nationale
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).