Politik & Gesellschaft

Schüsse an Schule in Aubagne: Verdächtiger wird Richter vorgeführt

Nach den Schüssen am Collège Joseph-Lakanal ist der 14-jährige Verdächtige nach Paris gebracht worden. Die Antiterrorstaatsanwaltschaft untersucht die Vorbereitung und das mögliche Motiv der Tat.

Aubagne – 14.10.2026: Zwei Tage nach den Schüssen am Collège Joseph-Lakanal ist der 14-jährige Verdächtige nach Paris gebracht worden. Dort soll er einem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Die nationale Antiterrorstaatsanwaltschaft hat das Verfahren übernommen. Für die Schülerinnen und Schüler in Aubagne bleibt der Morgen des 12. Oktober ein Einschnitt, dessen Folgen weit über den Schulhof hinausreichen.

Nach den bisher bekannten Angaben betrat der Jugendliche die Schule mit einem Jagdgewehr, das er in einem Gitarrenkoffer verborgen haben soll. Er soll auf den Schulleiter und eine Lehrerin geschossen und beide verletzt haben. Ein Mitarbeiter der Schule entwaffnete den Jugendlichen, bevor die Polizei ihn festnahm. Die Ermittler müssen nun den Ablauf, die Vorbereitung und das mögliche Motiv rekonstruieren.

Der Schüler befand sich zunächst in Polizeigewahrsam in der Region Marseille. Nach dessen Ende wurde er laut Franceinfo nach Paris überstellt. Dort prüfen die zuständigen Richter die nächsten strafprozessualen Schritte. Die Vorführung vor einem Ermittlungsrichter ist keine Verurteilung; für den Minderjährigen gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Auch die Regeln der französischen Jugendjustiz sind zu beachten.

Die Ermittler gehen bisherigen Berichten zufolge davon aus, dass der Jugendliche die Tat über längere Zeit vorbereitet haben könnte. Er soll die Schüsse eingeräumt haben, bestreitet jedoch nach Angaben von Le Parisien eine Tötungsabsicht. Diese Darstellung ist Teil der laufenden Untersuchung. Geprüft werden außerdem die Herkunft der Waffe, ihr Transport auf das Schulgelände sowie mögliche Kontakte und Aktivitäten des Verdächtigen im Internet.

Die Antiterrorstaatsanwaltschaft übernahm das Verfahren am Dienstag, dem 13. Oktober. Sie untersucht Medienberichten zufolge unter anderem, ob der Jugendliche einer Internetströmung nahestand, in der Gewalttäter und Massentötungen verherrlicht werden. Die Übernahme durch die Sonderstaatsanwaltschaft erlaubt noch keinen abschließenden Rückschluss auf das Motiv oder einen terroristischen Hintergrund. Sie bündelt jedoch die Ermittlungen bei einer Behörde, die auf ideologisch begründete Gewalttaten spezialisiert ist.

Am Collège Joseph-Lakanal sind die Folgen des Angriffs weiterhin spürbar. Schülerinnen und Schüler berichteten französischen Medien von Panik in den Fluren und der Ungewissheit, wohin sie fliehen sollten. Eltern warteten am Tag der Tat vor dem abgesperrten Gebäude, während die Polizei die Jugendlichen schrittweise hinausführte. Die Stadt Aubagne erklärte, sie stehe den Verletzten, ihren Angehörigen und der gesamten Schulgemeinschaft zur Seite.

Der Schulleiter und die Lehrerin wurden nach den Schüssen medizinisch versorgt. Zu ihrem aktuellen Gesundheitszustand lagen am Mittwoch keine weiteren gesicherten Angaben vor. Auch über mögliche Maßnahmen für die Rückkehr zum Schulalltag wurde zunächst nichts Näheres mitgeteilt. Im Zentrum des Verfahrens stehen nun die Vorbereitung der Tat, die Herkunft der Waffe und die Frage, welches Motiv den Jugendlichen leitete.

Quellen

  • Franceinfo
  • Stadt Aubagne
  • Associated Press
  • TF1 Info
  • Le Parisien
  • Le Monde

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).