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Sechs Monate Spurensuche – Ermittler zerschlagen mutmaßliche Einbrecherbande im Westen Frankreichs

Ein halbes Jahr lang folgten Ermittler einer Spur, die sich zunächst wie ein loses Puzzle aus Einbrüchen, zerstörten Kameras und verschwundenem Bargeld darstellte. Nun scheint sich das Bild zu schließen: Französische Fahnder haben Anfang März vier Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, im Westen Frankreichs eine ganze Serie von Einbrüchen begangen zu haben. Die Ermittler…

Illustration Pixabay

Ein halbes Jahr lang folgten Ermittler einer Spur, die sich zunächst wie ein loses Puzzle aus Einbrüchen, zerstörten Kameras und verschwundenem Bargeld darstellte. Nun scheint sich das Bild zu schließen: Französische Fahnder haben Anfang März vier Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, im Westen Frankreichs eine ganze Serie von Einbrüchen begangen zu haben. Die Ermittler schreiben der Gruppe derzeit rund 60 Taten zu.

Der Zugriff erfolgte Anfang März 2026 im Département Indre-et-Loire. Für die Ermittler markiert die Festnahme den vorläufigen Höhepunkt einer monatelangen Untersuchung, die bereits im Spätsommer 2025 begonnen hatte.

Damals häuften sich Einbrüche in mehreren Orten entlang der Loire. Besonders betroffen waren kleine Restaurants, Bars und sogenannte Guinguettes – jene typisch französischen Ausflugslokale, in denen im Sommer oft bis spät am Abend gegessen, getanzt und gefeiert wird. In Beaulieu-lès-Loches, Chinon, Chargé und Amboise schlugen die Täter wiederholt zu.

Die Vorgehensweise wirkte jedes Mal erstaunlich ähnlich. Überwachungskameras wurden gezielt außer Betrieb gesetzt, anschließend durchsuchten die Täter Kassen, Büros und Tresore. Bargeld verschwand ebenso wie Alkoholflaschen oder andere leicht transportierbare Waren. Manchmal blieb der Schaden im dreistelligen Bereich, manchmal summierten sich die Verluste auf mehrere tausend Euro.

Mit der Zeit bemerkten die Ermittler der Gendarmerie-Brigade von Amboise auffällige Parallelen zwischen den einzelnen Fällen. Schritt für Schritt entstand der Verdacht, dass hinter den Taten eine organisierte Gruppe stehen könnte.

Nach bisherigen Erkenntnissen handelt es sich um eine kriminelle Struktur mit familiären Verbindungen. Die mutmaßlichen Täter stammen laut Behörden aus Osteuropa und bewegten sich mit Wohnmobilen quer durch Frankreich. Mal einzeln, mal gemeinsam. Ein flexibles System, das spontane Ortswechsel ermöglichte – und Ermittlern das Leben schwer machte.

Ein erster entscheidender Hinweis ergab sich bereits zum Jahreswechsel. Am 31. Dezember 2025 wurde in Tours ein mutmaßliches Mitglied der Gruppe nach einer schweren Verkehrsflucht festgenommen und in Untersuchungshaft genommen. Danach, so berichten Ermittler, nahm die Aktivität der Bande spürbar ab. Für die Fahnder ein Zeichen, dass sie auf der richtigen Spur waren.

Am 3. März griffen die Behörden schließlich zu. In einer koordinierten Aktion wurden vier Hauptverdächtige festgenommen.

Die Durchsuchungen förderten ein ganzes Arsenal zutage. Ermittler fanden drei gestohlene und unter falschen Kennzeichen zugelassene Wohnmobile, zwei weitere gestohlene Fahrzeuge, diverses Einbruchswerkzeug, rund 1.200 Euro Bargeld sowie eine Faustfeuerwaffe. Besonders auffällig: 16 gefälschte Ausweisdokumente.

Einen Tag später nahmen die Behörden zudem einen mutmaßlichen Hehler fest. Bei ihm entdeckten Ermittler ein weiteres gestohlenes Wohnmobil und einen Anhänger.

Am 6. März wurden die vier Hauptbeschuldigten dem Gericht in Tours vorgeführt. Drei Männer kamen in Untersuchungshaft. Der vierte steht unter gerichtlichen Auflagen; sein Prozess wurde auf April vertagt. Parallel ordnete die Präfektur gegen alle vier Verdächtigen Ausreiseverfügungen an.

Die Ermittler schreiben der Gruppe eine breite Palette von Straftaten zu: Einbrüche in Wohnhäuser, Geschäfte, Friseursalons und Ausflugslokale sowie Diebstähle von Elektrowerkzeugen und Fahrzeugen. Die mutmaßlichen Taten verteilen sich über mehrere Départements – darunter Indre-et-Loire, Loir-et-Cher und Maine-et-Loire.

Der Fall zeigt, wie beweglich solche Tätergruppen inzwischen agieren. Wohnmobile als mobile Basis, schnelle Ortswechsel, immer neue Ziele – ein Katz-und-Maus-Spiel mit den Behörden.

Doch die Ermittlungen zeigen auch eine andere Seite: Geduldige Spurensuche, Videoauswertungen und die Zusammenarbeit spezialisierter Einheiten führen zunehmend zu Erfolgen. Für die Beschuldigten gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Die Dimension der Vorwürfe deutet jedoch darauf hin, dass hier einer der größeren Einbruchskomplexe der vergangenen Monate im Westen Frankreichs vor Gericht landen dürfte.

Von Daniel Ivers

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