Havanna – 03.08.2026: Kuba ist erneut von einem landesweiten Stromausfall betroffen. Nach Angaben des staatlichen Energieversorgers brach das nationale Netz am Montag zusammen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelt es sich um den sechsten vollständigen Ausfall in diesem Kalenderjahr. Belastbare Angaben dazu, welches technische Ereignis den neuerlichen Zusammenbruch ausgelöst hat, lagen zunächst nicht vor.
Die Energiebehörden leiteten die Wiederherstellung der Versorgung ein. Bei früheren Ausfällen wurden dafür regionale Inselnetze aufgebaut, um Krankenhäuser, Wasserwerke und andere zentrale Einrichtungen vorrangig mit Elektrizität zu versorgen. Eine stabile Versorgung aller Haushalte ist damit jedoch nicht gewährleistet: Die verfügbare Erzeugungsleistung liegt seit Monaten deutlich unter dem Bedarf, weshalb selbst nach einer Wiederverbindung des Netzes lange Abschaltungen drohen.
Die Serie der Ausfälle hat sich seit Anfang Juli erheblich verschärft. Am 6. Juli brach das nationale Stromnetz zusammen, wenige Tage später folgten weitere großflächige Störungen. Mitte Juli meldeten kubanische Stellen erneut eine schrittweise Wiederherstellung, während mehrere Kraftwerksblöcke außer Betrieb blieben oder gewartet wurden. Der jüngste Vorfall verlängert eine Krisenserie, die bislang keine erkennbare Entspannung erkennen lässt.
Kubas Stromsystem stützt sich auf alte thermische Kraftwerke, dezentrale Dieselaggregate und importierte Brennstoffe. Fallen einzelne große Erzeugungsanlagen aus, können unter diesen Bedingungen Kettenreaktionen im Netz entstehen. Knappe Ersatzteile und fehlender Treibstoff erschweren zugleich Reparaturen und den Betrieb von Reservekapazitäten. Der Ausbau der Solarenergie schreitet zwar voran, kann die fehlende gesicherte Leistung der konventionellen Kraftwerke bislang aber nicht ausgleichen.
Die Energiekrise trifft eine Insel, die seit rund fünf Jahren unter einer schweren wirtschaftlichen Krise leidet. Engpässe bei Lebensmitteln, Medikamenten, Transport und Wasser werden durch lange Stromunterbrechungen verschärft. Haushalte können zeitweise weder kochen noch Lebensmittel kühlen; vielerorts fällt zudem die Versorgung über elektrisch betriebene Wasserpumpen aus. Betriebe und staatliche Einrichtungen müssen ihre Arbeit einschränken, während die sommerliche Hitze die Belastung für die Bevölkerung erhöht.
Seit Januar beeinträchtigen zudem verschärfte Maßnahmen der Vereinigten Staaten gegen Öllieferungen die kubanische Brennstoffversorgung. Washington drohte Ländern, die Öl an die Insel liefern oder verkaufen, mit wirtschaftlichen Folgen. Die Regierung in Havanna macht diese Politik für die zugespitzte Energielage verantwortlich. Internationale Beobachter verweisen daneben auf den maroden Kraftwerkspark, fehlende Investitionen und strukturelle Probleme der kubanischen Wirtschaft.
Wie lange der aktuelle Ausfall dauern wird, war am Montag zunächst offen. Frühere Wiederanläufe in diesem Jahr beendeten die regulären Abschaltungen nicht. Auch nach der technischen Stabilisierung des Netzes meldete der staatliche Versorger erhebliche Erzeugungsdefizite und fortdauernde Reparaturen an mehreren Kraftwerksblöcken.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Granma
- RTVE
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).