Politik & Gesellschaft

Senatsbericht fordert mehr Auswahlfreiheit für Universitäten

Eine Untersuchungskommission des französischen Senats will den Hochschulen bei der Zulassung über Parcoursup mehr Befugnisse geben. Anlass sind hohe Abbruchquoten und die umstrittene Frage, wie offen der Zugang zur Universität bleiben soll.

Paris – 13.10.2026: Frankreichs Debatte über den Hochschulzugang gewinnt an Schärfe. Laurence Garnier, Senatorin der konservativen Partei Les Républicains aus dem Département Loire-Atlantique, verteidigte am Dienstag bei Franceinfo die Vorschläge einer Senatskommission zum Zustand der Universitäten. Kern des Berichts ist die Forderung, den Hochschulen innerhalb des Zulassungsverfahrens Parcoursup mehr Freiheit bei der Auswahl ihrer Studierenden zu geben.

Der Bericht wurde am 7. September beim Senat eingereicht und zwei Tage später vorgestellt. Garnier war Berichterstatterin der Untersuchungskommission, den Vorsitz führte der kommunistische Senator Pierre Ouzoulias. Das Gremium untersuchte, unter welchen Bedingungen die staatlichen Universitäten die Qualität von Forschung und Lehre sichern können. Die hohen Abbruchquoten im ersten Studienabschnitt wertet es als Ausdruck struktureller Schwächen.

Konkret sollen die Universitäten nach dem Willen der Kommission selbst über Bedingungen und Verfahren für den Zugang zu ihren grundständigen Studiengängen entscheiden. Der landesweit einheitliche Parcoursup-Kalender bliebe bestehen, ebenso die Information der Bewerber über die Plattform. Die Hochschulen sollten jedoch ihre fachlichen Anforderungen früher und verständlicher darstellen sowie Leistungen in einschlägigen Schulfächern stärker berücksichtigen dürfen.

Der Vorschlag berührt ein Grundprinzip des französischen Bildungssystems: Das Baccalauréat eröffnet grundsätzlich den Zugang zur Hochschulbildung. Die Universitäten nehmen deshalb junge Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen auf. Nach Ansicht der Kommission erschwert diese weitreichende Aufnahmeverpflichtung den Hochschulen, ihre Zulassung an fachlichen Anforderungen auszurichten und die Erfolgsaussichten im ersten Studienjahr zu verbessern.

Parcoursup wurde 2018 mit dem Gesetz über Orientierung und Studienerfolg eingeführt. Das Verfahren sollte die Profile der Bewerber besser mit den Erwartungen der Studiengänge abgleichen, ohne den allgemeinen Hochschulzugang formell aufzugeben. Der Senatsbericht geht darüber hinaus und verlangt mehr Verantwortung der einzelnen Hochschulen für Aufnahme, Kapazitäten und Betreuung. Damit würden institutionelle Entscheidungen gegenüber der bislang vorherrschenden nationalen Zugangslogik an Gewicht gewinnen.

Die Kommission verbindet ihre Forderung mit Kritik an der unvollendeten Hochschulautonomie. Finanzielle, akademische und personelle Spielräume seien weiterhin begrenzt. Zugleich habe sich die Studienwahl verändert: Zwischen 2018 und 2024 sank der Anteil der an Universitäten aufgenommenen Studierenden dem Bericht zufolge um sechs Prozentpunkte; mehr als jeder vierte Studierende entschied sich für eine private Einrichtung.

Im Senat ist der Vorstoß umstritten. Die sozialistische, ökologische und republikanische Fraktion teilt Teile der Diagnose, lehnt jedoch mehrere Empfehlungen ab. Sie warnt vor Nachteilen für Studienbedingungen und soziale Durchlässigkeit. Der Bericht knüpft größere Auswahlbefugnisse deshalb an transparente Verfahren, ausreichende Studienkapazitäten und eine stärkere Finanzierung der Universitäten.

Quellen

  • Franceinfo: Interview mit Laurence Garnier vom 13. Oktober 2026
  • Französischer Senat: Untersuchungsbericht zum Zustand der Universitäten
  • Französischer Senat: Empfehlungen der Untersuchungskommission

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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