Saint-Mards-de-Blacarville – 10.10.2026: Auf der Autobahn A13 nahe der Mautstelle Bourneville in der Normandie endete ein nächtlicher Einsatz der Gendarmerie im Oktober 2022 tödlich. Ein 44 Tonnen schwerer Lastwagen fuhr auf dem Seitenstreifen in eine abgesicherte Einsatzstelle. Der Gendarm Jean-Christophe Bolloch starb bei dem Zusammenstoß, mehrere weitere Menschen wurden verletzt.
Ein am Samstag ausgestrahlter Bericht von France 2 greift den Fall auf und befasst sich mit der Gefahr von Bildschirmen in Lastwagen. Nach den im Verfahren bekannt gewordenen Erkenntnissen lief während der Fahrt eine Serienfolge auf dem Tablet des Fahrers. Der Mann gab an, er habe die Sendung lediglich hören wollen. Das Gericht folgte dieser Darstellung nicht und sprach ihn schuldig.
Das Strafgericht von Évreux verhängte am 17. September 2026 eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren, davon vier Jahre auf Bewährung. Der unbedingt zu vollstreckende Teil von einem Jahr soll nach Angaben der Gendarmerie unter elektronischer Überwachung verbüßt werden. Außerdem wurde dem Fahrer die Fahrerlaubnis entzogen. Ein Jahr lang darf er keinen neuen Führerschein beantragen.
Der Unfall ereignete sich in der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2022. Gendarmen waren im Zuge von Ermittlungen wegen Drogenhandels im Einsatz und ließen ein zuvor kontrolliertes Fahrzeug abschleppen. Bolloch, Ermittler bei der Forschungsabteilung der Gendarmerie in Rennes, wurde getötet. Ein weiterer Gendarm erlitt schwerste Verletzungen und verlor ein Bein. Zwei seiner Kollegen sowie ein Mitarbeiter der Autobahngesellschaft wurden ebenfalls verletzt.
Fast vier Jahre dauerte die juristische Aufarbeitung. Gegen den Lastwagenfahrer wurde wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung ermittelt. Die genaue Rekonstruktion des Zusammenstoßes war Gegenstand eines gerichtlichen Ermittlungsverfahrens. Den Namen des Verurteilten veröffentlichten die Behörden nicht.
Das französische Verkehrsrecht verbietet eingeschaltete Bildschirme im Sichtfeld des Fahrers, sofern sie weder der Navigation noch der Unterstützung beim Fahren dienen. Ein Verstoß kann mit einem Bußgeld, der Beschlagnahmung des Geräts und dem Abzug von drei Führerscheinpunkten geahndet werden. Verursacht die Ablenkung einen tödlichen Unfall, kommen erheblich schwerere strafrechtliche Folgen hinzu.
Wie folgenreich wenige Sekunden fehlender Aufmerksamkeit sein können, dokumentieren die Verletzungen und der Tod an der Einsatzstelle. Jean-Christophe Bolloch wurde 47 Jahre alt. Er war verheiratet und Vater von vier Kindern. Am 3. November 2022 erwies ihm die Gendarmerie in Rennes posthum militärische Ehren und beförderte ihn außerordentlich zum Major.
Quellen
- Franceinfo und France 2
- Gendarmerie nationale
- Legifrance – Code de la route
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).