Hongkong – 12.08.2026: Der Onlinemodehändler Shein treibt die Vorbereitungen für seinen Börsengang in Hongkong voran. Nach Berichten aus der Wirtschaftspresse könnte die Platzierung bereits am 19. August 2026 beginnen. Offiziell bestätigt ist dieser Termin bislang nicht. Auch Umfang, Ausgabepreis und Zeitplan der Emission können sich bis zum Beginn der Zeichnungsfrist noch ändern.
Die chinesische Wertpapieraufsicht CSRC bestätigte Shein am 10. Juli 2026 die Registrierung für eine Auslandsnotierung. Demnach darf das Unternehmen bis zu 341.613.000 Stammaktien ausgeben und an der Hong Kong Stock Exchange notieren lassen. Die Zustimmung der Behörde erfüllt eine wichtige formale Voraussetzung, enthält aber weder eine Bewertung des Unternehmens noch eine Empfehlung für Anleger.
Laut dem Ende Juli veröffentlichten Börsenprospekt strebt Shein bei der Transaktion eine Unternehmensbewertung von 40 bis 50 Milliarden US-Dollar an. Das wäre erheblich weniger als die rund 98,2 Milliarden Dollar, die dem Konzern nach einer Finanzierungsrunde 2022 zugeschrieben wurden. Nach einer weiteren Finanzierungsrunde war die Bewertung 2024 laut Prospekt bereits auf 64 Milliarden Dollar gesunken.
Die jüngsten Geschäftszahlen erklären den vorsichtigeren Ansatz. Der Umsatz stieg 2025 zwar um acht Prozent auf 41,8 Milliarden US-Dollar, der Nettogewinn sank jedoch um 39 Prozent auf 2,06 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2026 verbuchte Shein einen Verlust von 99 Millionen Dollar. Darin enthalten war allerdings ein bilanzieller Bewertungseffekt von 328 Millionen Dollar im Zusammenhang mit wandelbaren Vorzugsaktien.
Anleger dürften daher besonders auf die Ertragskraft des auf günstige Kleidung und kurze Produktzyklen ausgerichteten Geschäftsmodells achten. Die operative Marge lag dem Prospekt zufolge bei 2,9 Prozent. Shein verweist auf höhere Kosten und eine schwächere Umsatzentwicklung nach dem Wegfall der US-Zollbefreiung für Kleinsendungen. Das Unternehmen prüft deshalb nach eigenen Angaben unter anderem Preiserhöhungen in den Vereinigten Staaten.
Auch in Europa könnten neue Abgaben auf niedrigwertige Einfuhren das Geschäft belasten. Shein erklärte, Regeländerungen in der Europäischen Union könnten sich mindestens ebenso stark auswirken wie jene in den USA. Für einen Händler, der Waren grenzüberschreitend direkt an Verbraucher versendet, steigen dadurch die Aufwendungen für Logistik und Zollabwicklung.
Es wäre Sheins dritter großer Versuch einer Börsennotierung, nachdem Vorhaben in New York und London nicht zustande gekommen waren. Mit der Zustimmung der CSRC und dem Prospekt sind wichtige Voraussetzungen erfüllt. Ob die angestrebte Bewertung erreichbar ist, hängt vor allem von der Nachfrage institutioneller Anleger ab.
Quellen
- China Securities Regulatory Commission
- Reuters
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).