Paris – 26.09.2026: Wer sein Leben bewusst nicht auf die Suche nach einer Paarbeziehung ausrichtet, findet dafür in sozialen Netzwerken einen neuen Begriff: Solo-Maxxing. Gemeint ist ein Lebensstil, bei dem Menschen ihre Zeit, ihr Geld und ihre persönlichen Ziele vorrangig in ein eigenständiges Leben investieren. Franceinfo griff die Entwicklung am Samstag in einer Radiosendung auf. Der Ausdruck verbindet die englischen Begriffe für Alleinsein und Selbstoptimierung.
Im Unterschied zu unfreiwilligem Alleinsein beschreibt Solo-Maxxing zunächst eine bewusste Entscheidung. Anhängerinnen und Anhänger stellen Unabhängigkeit, Freundschaften, berufliche Vorhaben und individuelle Freizeitgestaltung in den Vordergrund. In französischen Lifestyle-Medien erscheint die Strömung vor allem als digitales Phänomen unter jungen Erwachsenen. Sie reagiert auf Erwartungen, die mit Partnersuche, ständiger Erreichbarkeit und der öffentlichen Inszenierung von Beziehungen verbunden sind.
Die gesellschaftliche Wirklichkeit ist allerdings komplexer als das Trendwort. Allein zu wohnen bedeutet weder zwingend, ohne Partner zu sein, noch lässt es auf die Motive für diese Lebensform schließen. Dennoch zeigen Daten des nationalen Statistikamts Insee, dass Alleinwohnen in Frankreich unter jüngeren Erwachsenen verbreiteter wird. Im Jahr 2023 lebten 19,2 Prozent der 20- bis 39-Jährigen allein in ihrer Wohnung; 2017 waren es 16,8 Prozent.
Besonders deutlich war der Anstieg bei Männern zwischen 25 und 39 Jahren. In dieser Gruppe erhöhte sich der Anteil von 19,2 Prozent im Jahr 2017 auf 21,8 Prozent im Jahr 2023. Bei gleichaltrigen Frauen stieg er von 12,4 auf 14,7 Prozent. Die Zahlen beziehen sich auf Frankreich ohne Mayotte und beruhen auf den Hauptergebnissen der Volkszählung. Sie dokumentieren einen demografischen Wandel, erklären aber keine individuellen Entscheidungen.
Alleinleben ist zudem nicht mit sozialer Isolation gleichzusetzen. Einer Insee-Erhebung aus dem Jahr 2022 zufolge hatten Menschen ohne Paarbeziehung häufiger wöchentlichen Kontakt zu Freunden als Paare: Der Anteil lag bei 72 gegenüber 58 Prozent. Zugleich erklärten 33 Prozent der Befragten, sich in den vier Wochen vor der Erhebung zumindest gelegentlich einsam gefühlt zu haben. Unter den 16- bis 24-Jährigen waren es 30 Prozent.
Ob ein Einpersonenhaushalt als selbst gewählter Freiraum oder als Belastung erlebt wird, hängt auch von Einkommen, Wohnkosten und sozialen Bindungen ab. Gerade in Städten macht ein einzelnes Einkommen Menschen anfälliger für steigende Mieten, Energiepreise und alltägliche Ausgaben. Die neue Bezeichnung beschreibt deshalb nur einen Teil der Wirklichkeit.
Solo-Maxxing gibt einem älteren demografischen Phänomen eine zeitgemäße Sprache. Der Trend ist keine generelle Absage an Nähe oder Beziehungen. Er beschreibt vielmehr die Haltung, dass eine Partnerschaft nicht für alle Menschen die Voraussetzung eines gelungenen Erwachsenenlebens sein muss.
Quellen
- Franceinfo
- Institut national de la statistique et des études économiques
- Vogue France
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).