Politik & Gesellschaft

Sozialisten suspendieren Philippe Brun nach Gewaltvorwürfen

Der sozialistische Abgeordnete Philippe Brun ist vorläufig aus Partei und Fraktion ausgeschlossen worden. Damit kann er nicht an der sozialdemokratischen Vorwahl teilnehmen. Die Vorwürfe einer früheren Mitarbeiterin weist er zurück.

Paris – 18.09.2026: Der französische Abgeordnete Philippe Brun ist vom Parti socialiste vorläufig suspendiert und von der sozialdemokratischen Vorwahl ausgeschlossen worden. Der nationale Parteivorstand beschloss die Maßnahme am Mittwoch, 16. September. Anlass sind Vorwürfe einer ehemaligen Mitarbeiterin. Nach Berichten französischer Medien geht es um Belästigung, körperliche Gewalt und den Verdacht einer unzulässigen Beschäftigung von Familienangehörigen.

Brun, der einen Wahlkreis im Département Eure in der Nationalversammlung vertritt, bestreitet die Anschuldigungen. Er erklärte, ihm seien die konkret beanstandeten Sachverhalte nicht bekannt. Vor der Entscheidung habe ihn keines der zuständigen parteiinternen Gremien angehört. Der Abgeordnete spricht von falschen Anschuldigungen und einem politisch motivierten Versuch, seine Kandidatur für die Vorwahl zu verhindern.

Nach Informationen des Senders RTL hatte die frühere Mitarbeiterin bereits Anfang Juli die parteiinterne Kommission gegen Belästigung und Diskriminierung sowie die nationale Konfliktkommission eingeschaltet. Die Parteiführung soll erst am Dienstag, 15. September, über die Tragweite der Vorwürfe informiert worden sein. Die Frau habe zudem Strafanzeige erstattet. Ob und in welchem Umfang die Justiz bereits ermittelt, wurde zunächst nicht öffentlich bekannt.

Der Parti socialiste begründete sein Vorgehen mit dem Schutz der Rechte von Frauen und verwies auf Sachverhalte, die strafrechtlich relevant sein könnten. Brun wurde zugleich vorläufig aus der sozialistischen Fraktion in der Nationalversammlung ausgeschlossen. Beide Entscheidungen sind parteiinterne Schutz- und Organisationsmaßnahmen. Sie nehmen weder eine strafrechtliche Bewertung noch eine gerichtliche Entscheidung vorweg. Für den Abgeordneten gilt die Unschuldsvermutung.

Politisch trifft die Suspendierung Brun zu einem für ihn entscheidenden Zeitpunkt. Er wollte bei der Vorwahl des sozialdemokratischen Lagers für die französische Präsidentschaftswahl 2027 antreten und hatte nach eigenen Angaben die erforderlichen Unterstützungsunterschriften gesammelt. Die Frist für Kandidaturen endete am Abend des 15. September. Die Abstimmung soll in zwei Runden am 9. und 10. Oktober sowie am 16. und 17. Oktober stattfinden.

Zugelassen sind Parteichef Olivier Faure, der Europaabgeordnete Raphaël Glucksmann von Place publique, die frühere Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal sowie die Abgeordneten Jérôme Guedj und Emmanuel Maurel. Bruns Ausschluss verändert damit das Bewerberfeld noch vor Beginn der Abstimmung.

Brun kündigte seinerseits eine Strafanzeige wegen der aus seiner Sicht verleumderischen Beschuldigungen an. Nach Angaben von Radio France versucht er zudem, Belege für Gewalttaten seiner früheren Mitarbeiterin zusammenzutragen. Die parteiinternen Prüfungen und eine mögliche strafrechtliche Untersuchung sind voneinander unabhängige Verfahren.

Quellen

  • Le Monde
  • RTL
  • LCP – Assemblée nationale
  • Radio France

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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