Madrid – 27.07.2026: Westlich von Madrid und in der angrenzenden Provinz Ávila kämpfen Einsatzkräfte gegen mehrere Großbrände. Noch bevor am 28. Juli eine weitere Hitzewelle einsetzen soll, versuchen sie, die aktiven Feuerfronten einzudämmen und bedrohte Ortschaften zu sichern. Die spanische Regierung hat für die Autonome Gemeinschaft Madrid und Ávila den nationalen Notstand ausgerufen. Damit übernimmt der Staat die Koordinierung der nationalen, regionalen und kommunalen Kräfte.
In der Sierra Oeste haben sich die Feuer bei Villa del Prado und San Martín de Valdeiglesias zu einem ausgedehnten Brandkomplex verbunden. Auch der bei Burgohondo in Ávila ausgebrochene Brand breitet sich nach Behördenangaben weiter aus. Da sich die Feuer einander nähern könnten, konzentrieren die Einsatzleitungen Personal und Gerät auf besonders gefährdete Fronten, Siedlungsränder und Verkehrswege.
Das Innenministerium bezifferte die Zahl der Betroffenen am Sonntag auf rund 90.000 Menschen in 46 Gemeinden der Regionen Madrid, Ávila und Toledo. Etwa 60.000 von ihnen mussten ihre Häuser verlassen. Die höhere Gesamtzahl schließt Bewohner ein, die zeitweise angewiesen wurden, in ihren Orten oder Gebäuden zu bleiben. Allein in der Region Madrid waren nach Angaben der Regionalregierung mehr als 55.000 Menschen von Evakuierungen oder Ausgangsbeschränkungen betroffen.
Auch das Ausmaß der verbrannten Flächen lässt sich bislang nur vorläufig bestimmen. Der öffentlich-rechtliche Sender RTVE meldete am Montag rund 77.000 Hektar in den betroffenen Gebieten. Davon sollen mehr als 50.000 Hektar auf den Brand in Ávila entfallen. Die Regionalregierung von Madrid gab die Fläche ihres Brandkomplexes am Montagmittag mit etwa 28.000 Hektar an. Abweichungen sind bei laufenden Einsätzen üblich, weil Rauch, Wind und schwer zugängliches Gelände eine genaue Vermessung erschweren.
Innenminister Fernando Grande-Marlaska erklärte die nationale Notlage auf Grundlage des spanischen Zivilschutzgesetzes von 2015. Ausschlaggebend waren die unmittelbare Gefährdung von Siedlungen, die umfangreichen Evakuierungen und die Ausbreitung über regionale Grenzen hinweg. Die Militärische Nothilfeeinheit UME unterstützt die örtlichen Feuerwehren mit Personal und schwerem Gerät. Zu ihren Aufgaben gehören die direkte Brandbekämpfung und der Schutz bewohnter Gebiete.
Nach einer Nacht mit schwächerem Wind entspannte sich die Lage in Teilen der Region Madrid zunächst. Mehrere Feuerfronten blieben jedoch aktiv, weshalb die Behörden am Montag weitere Schutzmaßnahmen anordneten. Für den 28. Juli wird erneut ein sehr hohes Waldbrandrisiko erwartet; RTVE zufolge könnte die vierte Hitzewelle des Sommers beginnen.
Quellen
- Spanisches Innenministerium
- Spanisches Verteidigungsministerium
- Comunidad de Madrid
- RTVE
- EFE
- Franceinfo
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).