Madrid – 18.09.2026: Spaniens öffentliche Schuldenquote ist im Juli 2026 nach Angaben der Banco de España auf 99,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gefallen. Damit lag sie erstmals seit Februar 2020, also seit Beginn der wirtschaftlichen Verwerfungen durch die Corona-Pandemie, wieder unter der Marke von 100 Prozent. Die Zentralbank veröffentlichte die vorläufigen Monatsdaten am 17. September.
Der Schuldenstand selbst sank allerdings nicht. Er belief sich im Juli auf 1,744 Billionen Euro und lag damit 3,8 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Dass die Quote dennoch zurückging, liegt am Wachstum des nominalen Bruttoinlandsprodukts: Die Wirtschaftsleistung nahm stärker zu als die Verschuldung. Gegenüber Juli 2025 verringerte sich der Anteil der Schulden am Bruttoinlandsprodukt um 2,4 Prozentpunkte.
Die Statistik umfasst den konsolidierten Schuldenstand aller öffentlichen Verwaltungen nach den Regeln des europäischen Defizitverfahrens. Erfasst werden unter anderem Wertpapiere und Kredite sowie Bargeld und Einlagen. Forderungen zwischen öffentlichen Stellen werden herausgerechnet. Die monatliche Quote kann noch revidiert werden, weil sie auf vorläufigen Angaben und einer Schätzung der Wirtschaftsleistung beruht.
Auf den spanischen Zentralstaat entfielen 1,589 Billionen Euro, 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Schulden der autonomen Gemeinschaften erhöhten sich um 2,7 Prozent auf 349 Milliarden Euro. Bei den Sozialversicherungen stieg der Bestand um 7,9 Prozent auf 136 Milliarden Euro. Die kommunale Verschuldung sank dagegen um 7,9 Prozent auf 22 Milliarden Euro.
Der Vergleich mit Frankreich fällt deutlich aus. Nach den jüngsten Quartalsdaten des Statistikamts Insee betrug die französische Schuldenquote Ende März 2026 bereits 117,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Der Schuldenstand erreichte 3,536 Billionen Euro. Gegenüber dem vierten Quartal 2025 war die Quote um 1,8 Prozentpunkte gestiegen. Anders als in Spanien bewegten sich Schulden und Quote damit zuletzt in dieselbe Richtung.
Für Frankreich verengt die hohe Verschuldung den finanziellen Spielraum bei der Vorbereitung des Haushalts 2027. Die Agence France Trésor veranschlagt die Belastung des Staatshaushalts durch den Schuldendienst 2026 auf 59,3 Milliarden Euro. Zur Finanzierung des Staates sind im laufenden Jahr außerdem mittel- und langfristige Emissionen von netto 310 Milliarden Euro vorgesehen.
Spaniens Rückkehr unter die 100-Prozent-Marke ist deshalb ein relativer Fortschritt, keine Verringerung des Schuldenbergs. Gewachsen ist weiterhin der absolute Betrag, gesunken ist sein Verhältnis zur Wirtschaftsleistung. Die endgültige spanische Schuldenstatistik für das zweite Quartal 2026 will die Banco de España am 30. September veröffentlichen.
Quellen
- Franceinfo: Spanien senkt Schuldenquote unter 100 Prozent
- Banco de España: Öffentliche Schulden im Juli 2026
- Insee: Öffentliche Schulden Frankreichs im ersten Quartal 2026
- Agence France Trésor: Staatshaushalt und Finanzierung 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).