Wirtschaft

Spannungen bei Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten

Bei landesweiten Kundgebungen gegen hohe Preise und Kaufkraftverluste ist es in Paris und Marseille zu ersten Zwischenfällen gekommen. Mehr als 3.000 Einsatzkräfte sichern allein in der Hauptstadt die Demonstrationszüge.

Paris – 17.10.2026: Bei landesweiten Protesten gegen hohe Lebenshaltungskosten und Kaufkraftverluste ist es am Samstag in Paris und Marseille zu ersten Spannungen gekommen. Zu den Kundgebungen haben sich Schülerinnen und Schüler, Studierende, Gewerkschafter, frühere Aktivisten der Gelbwestenbewegung und weitere Gruppen versammelt. In mehreren Städten waren bereits am Vormittag starke Polizeikräfte im Einsatz.

Innenminister Laurent Nunez hatte für den 17. Oktober rund 250 Versammlungen und 80 Demonstrationszüge im ganzen Land erwartet. Allein in Paris wurden mehr als 3.000 Polizisten und Gendarmen mobilisiert. Dort waren zwei Routen genehmigt worden. Präsident Emmanuel Macron rief am Freitag zu Ruhe und zum Respekt vor Menschen und Eigentum auf. Die Regierung betonte zugleich den Unterschied zwischen dem geschützten Recht auf Demonstration und Angriffen auf Einsatzkräfte, öffentliche Einrichtungen oder Geschäfte.

In Paris konzentrierten sich die Spannungen zunächst auf die Umgebung des Place de la République. Die Polizeipräfektur hatte mehrere besonders sensible Bereiche der Hauptstadt für Versammlungen gesperrt, darunter Zonen nahe dem Élysée-Palast und dem Amtssitz des Premierministers. Über den endgültigen Verlauf eines zentralen Demonstrationszuges bestand zunächst keine vollständige Einigung mit Teilen der Organisatoren.

Auch aus Marseille wurden am Vormittag Auseinandersetzungen am Rande der Mobilisierung gemeldet. Medien berichteten über beschädigtes Stadtmobiliar und ein Eingreifen der Polizei. Eine abschließende Bilanz zu Teilnehmerzahlen, Verletzten oder Festnahmen lag zunächst nicht vor. Da die Demonstrationszüge am Nachmittag weiterliefen, konnten sich diese Angaben noch verändern.

Besondere Aufmerksamkeit galt den sogenannten Schockgranaten. Nunez hatte am 16. Oktober erklärt, dass Einsatzkräfte bei schweren gewaltsamen Auseinandersetzungen auf zugelassene Waffen mittlerer Reichweite und Wirkung zurückgreifen könnten. Schockgranaten waren in der Vorwoche nach schweren Verletzungen während der Schülerproteste vorübergehend aus dem verfügbaren Arsenal genommen worden. Ihre erneute Freigabe bedeutet jedoch nicht, dass sie bei jeder Demonstration eingesetzt werden dürfen.

Nach französischem Recht muss einer Menschenansammlung grundsätzlich zunächst die Auflösung angekündigt und das Auseinandergehen verlangt werden. Zwangsmittel dürfen nur erforderlich, abgestuft und verhältnismäßig eingesetzt werden; eine Ausnahme gilt etwa bei unmittelbarer Selbstverteidigung. Die nationale Doktrin für Einsätze bei Demonstrationen schreibt zudem vor, den Gebrauch entsprechender Mittel zu dokumentieren.

Der Aktionstag knüpft an eine seit Wochen laufende Schüler- und Studierendenbewegung an. Deren Forderungen reichen von besseren Lernbedingungen bis zur Kritik am Hochschulzulassungssystem Parcoursup. Mit dem Protest gegen steigende Preise und sinkende Kaufkraft schlossen sich weitere gesellschaftliche Gruppen an. Die Behörden beobachteten die Demonstrationszüge am Samstag in zahlreichen Städten weiter.

Quellen

  • Franceinfo
  • Associated Press
  • Le Monde
  • Légifrance

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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