Soll in Frankreich tatsächlich ein Feiertag gestrichen werden? Einige Politiker finden, dass dies eine Möglichkeit wäre, um zusätzliche Steuereinnahmen zu erzielen und das Staatsbudget zu entlasten. Im Moment gibt es in Frankreich elf gesetzliche Feiertage – und die Meinungen zu dieser Idee gehen weit auseinander.
Feiertage als soziales Gut
Die Zeitung „Dépêche du Midi“ hat sich auf den Straßen von Toulouse umgehört, und viele Einheimische halten diese Idee für einen schlechten Vorschlag. „Feiertage sind doch wichtig, das ist ein soziales Gut, das man nicht so einfach wieder aufgeben sollte. Es gibt vielleicht andere Möglichkeiten, das Geld aufzutreiben, ohne einen Feiertag zu streichen,“ meint eine Passantin. Einig sind sich die meisten darin, dass das Staatsdefizit ernst genommen werden muss. Die Einsparungen wären durchaus beträchtlich: Ein zusätzlicher Arbeitstag könnte über drei Milliarden Euro einbringen.
Der Haken an der Sache
Die Diskussion um Feiertage ist in Frankreich nicht neu. Bereits der Pfingstmontag wurde als regulärer Arbeitstag „geopfert“, ursprünglich zugunsten von Maßnahmen für ältere Menschen. Eine Anwohnerin erklärt: „Wir haben schon einmal einen Feiertag aufgegeben – das war damals für die Senioren. Vielleicht könnte man so etwas wieder vorübergehend machen.“
Allerdings hätte eine solche Maßnahme auch Schattenseiten. Besonders in der Gastronomie und Hotellerie könnten sich negative wirtschaftliche Auswirkungen zeigen, wenn weniger Feiertage zur Verfügung stünden. Viele Franzosen nutzen diese Tage für kurze Reisen oder Restaurantbesuche. Feiertage anzutasten, bedeutet also nicht nur, zusätzliche Steuereinnahmen zu generieren, sondern auch, wichtige Impulse für den lokalen Tourismus und die Gastronomie aufs Spiel zu setzen.
Ein schwieriges Abwägen
Der Vorschlag bleibt umstritten, und viele Bürger wie auch Politiker fragen sich, ob es nicht sinnvollere Alternativen gibt, um das Staatsdefizit in den Griff zu bekommen.