Paris – 27.07.2026: In der Affäre um kostbare Gegenstände, die Dominique de Villepin während seiner Zeit als Außenminister erhalten haben soll, haben die Ermittler einen weiteren Schritt gemacht. Der ehemalige Premierminister wurde Mitte Juli in einer sogenannten freien Anhörung befragt. Das bestätigte die Finanzstaatsanwaltschaft PNF am Montag. Auch der Lobbyist Robert Bourgi ist demnach im Verfahren angehört worden.
Die Untersuchung war im Mai eröffnet worden. Sie betrifft den Verdacht der Hehlerei im Zusammenhang mit möglicher Veruntreuung öffentlicher Gelder sowie damit verbundene Delikte. Nach Angaben des PNF geht es um die Umstände, unter denen de Villepin zwischen 2002 und 2004, als er das Außenministerium leitete, eine Statuette und eine Büste erhalten haben soll.
Der heutige Verfahrensschritt bedeutet keine Anklage und keine Feststellung strafbarer Handlungen. Die Staatsanwaltschaft teilte lediglich mit, es habe mehrere Ermittlungsmaßnahmen gegeben, darunter Vernehmungen. Details zu Inhalt, Dauer und Ort der Anhörungen wurden nicht veröffentlicht. Damit bleibt offen, welche Erklärungen de Villepin den Ermittlern zu Herkunft, Übergabe und späterem Verbleib der Objekte gegeben hat.
Öffentlich bekannt wurde die Angelegenheit nach einer Ausgabe der Sendung "Complement d'enquete" Ende April. Robert Bourgi erklärte dort, er habe bei der Übergabe von zwei Napoleon-Statuetten vermittelt. Als Geldgeber nannte er den damaligen Präsidenten Burkina Fasos, Blaise Compaore, sowie den italienischen Geschäftsmann Gian Angelo Perrucci. Diese Angaben sind nun Teil eines Ermittlungsverfahrens, dessen Ergebnisse bislang nicht vorliegen.
De Villepin hatte die Annahme der Geschenke am 10. Mai öffentlich als Fehler bezeichnet. Er sagte damals, er hätte sie nicht annehmen dürfen, und verwies zugleich darauf, dass es für solche Situationen damals keine klare Regelung gegeben habe. Nach den übereinstimmenden Berichten wurden die Gegenstände inzwischen zurückgegeben. Ob dies strafrechtliche Fragen berührt oder ausräumt, wird allein die laufende Untersuchung klären.
Der Fall führt zurück in die Zeit, als französische Spitzenpolitiker im Ausland auf persönliche Netzwerke und informelle Vermittler trafen. Für die Ermittler geht es dabei nicht um politische Bewertungen, sondern um eine eng umrissene Frage: Waren die Gegenstände private Geschenke, oder standen sie in einem Zusammenhang mit Geldern, die nicht für diesen Zweck hätten verwendet werden dürfen?
Das PNF, das für schwere Wirtschafts- und Korruptionsdelikte zuständig ist, hatte seine Vorermittlungen am 19. Mai bekannt gemacht. Die Behörde prüft seither die Vorwürfe gegen de Villepin, ohne sich zu einem möglichen weiteren Ablauf zu äußern. Bis zu einer möglichen Entscheidung der Justiz gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung.
Quellen
- Parquet national financier, Pressemitteilung vom 20. Mai 2026
- Le Dauphine Libere mit AFP, 27. Juli 2026
- Franceinfo, 27. Juli 2026
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).