Paris – 27.08.2026: Stellantis-Chef Antonio Filosa hat die geplante Produktion eines Modells des chinesischen Dongfeng-Konzerns im Werk Rennes-La Janais gegen Kritik verteidigt. Am Rande des französischen Unternehmertreffens REF 2026 wies er den Vorwurf zurück, der Autobauer mache sich damit zum "trojanischen Pferd" Chinas. Stellantis wolle seine Zukunft gemeinsam mit den Beschäftigten in Frankreich gestalten. Die Kooperation sei kein Ausverkauf des Standorts, sondern Teil der Industrie- und Produktstrategie.
Auslöser der Debatte ist ein im Mai vorgestelltes Vorhaben von Stellantis und Dongfeng. Beide Unternehmen planen eine europäische Gemeinschaftsgesellschaft, an der Stellantis mit 51 Prozent die Mehrheit halten soll. Vorgesehen ist eine Zusammenarbeit bei Vertrieb, Entwicklung, Einkauf und industriellen Kapazitäten für elektrifizierte Fahrzeuge des chinesischen Partners. Der Produktionsbeginn in Rennes soll nach Angaben des Konzerns davon abhängen, dass europäische Vorgaben zur lokalen Wertschöpfung erfüllt werden.
Für Rennes-La Janais ist das Projekt von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung. Das Werk in Chartres-de-Bretagne bei Rennes fertigt derzeit vor allem den Citroën C5 Aircross. Ein zusätzliches Modell könnte die Auslastung verbreitern und dem Standort eine Perspektive im raschen Umbau der europäischen Automobilindustrie geben. Bislang fehlen allerdings vollständige Angaben zum geplanten Produktionsvolumen, zu Investitionen, Lieferketten und möglichen zusätzlichen Arbeitsplätzen.
Die Öffnung eines französischen Werks für einen chinesischen Hersteller berührt eine Grundfrage europäischer Industriepolitik. Kritiker fürchten, dass heimische Marken und Zulieferer unter zusätzlichen Wettbewerbsdruck geraten. Filosa hält dem die wirtschaftliche Logik der Kooperation entgegen: Stellantis könnte von Dongfengs Technologien und Lieferketten für Elektrofahrzeuge profitieren; Dongfeng wiederum erhielte eine industrielle Basis für den europäischen Markt. Lokale Fertigung kann zudem helfen, Handelsbarrieren zu umgehen und die für den Absatz maßgeblichen europäischen Regeln einzuhalten.
Stellantis baut seine Partnerschaften mit chinesischen Herstellern bereits seit Längerem aus. Über Leapmotor International arbeitet der Konzern beim Vertrieb und bei geplanten Produktionskapazitäten in Spanien mit einem weiteren chinesischen Anbieter zusammen. Beim Dongfeng-Projekt soll Rennes nun zum französischen Standort werden. Der Strategieplan FaSTLAne 2030 nennt Kooperationen ausdrücklich als Mittel, Entwicklungskosten zu teilen, vorhandene Kapazitäten besser zu nutzen und günstigere Fahrzeuge anzubieten.
Die Beschäftigtenvertretungen in Rennes verlangten nach der Ankündigung im Mai verbindliche Zusagen für Stammbelegschaft, Zeitarbeitskräfte und Zulieferbetriebe. Solche Garantien liegen öffentlich bislang ebenso wenig vor wie ein detaillierter Zeitplan. Das Vorhaben beruht zunächst auf einer Absichtserklärung. Festgelegt sind bisher die geplante Mehrheit von Stellantis an der Gemeinschaftsgesellschaft und Rennes als vorgesehener Produktionsort für mindestens ein elektrifiziertes Dongfeng-Modell.
Quellen
- Franceinfo
- Stellantis
- Stellantis Investor Day
- MotorsActu
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).