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Stillstand auf Rädern: Castres-Mazamet ohne öffentlichen Nahverkehr

Seit dem 21. März 2025 steht das öffentliche Verkehrsnetz der südfranzösischen Agglomeration Castres-Mazamet still – buchstäblich. Die Busse der städtischen Verkehrsgesellschaft „Libellus“ fahren nicht mehr. Der Grund: Keiner der 25 Busse und 10 Minibusse ist versichert. Eine Situation, die an Absurdität kaum zu überbieten ist und bei den Einwohnern Fassungslosigkeit auslöst. Im Zentrum dieses Versicherungsskandals…

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Seit dem 21. März 2025 steht das öffentliche Verkehrsnetz der südfranzösischen Agglomeration Castres-Mazamet still – buchstäblich. Die Busse der städtischen Verkehrsgesellschaft „Libellus“ fahren nicht mehr. Der Grund: Keiner der 25 Busse und 10 Minibusse ist versichert. Eine Situation, die an Absurdität kaum zu überbieten ist und bei den Einwohnern Fassungslosigkeit auslöst.

Im Zentrum dieses Versicherungsskandals steht der Versicherungsmakler Pilliot. Ihm wird von Pascal Bugis, Präsident der Agglomeration, offen „betrügerisches Verhalten“ vorgeworfen. Noch kurz vor dem Aus des Verkehrs hatte Pilliot laut Bugis bestätigt, dass der Versicherungsschutz für die Flotte aktiv sei. Doch dann der Schock: Am 21. März wurde öffentlich, dass kein einziges Fahrzeug von Libellus im nationalen Versicherungsregister geführt wurde – ein klarer Hinweis auf fehlende Absicherung. Ein fataler Fehler, der das gesamte Mobilitätsnetz der Region zum Erliegen brachte.

Die Kommune reagierte umgehend, suchte fieberhaft nach einer neuen Versicherung – doch so einfach ist das nicht. Öffentliche Flotten gelten als risikoreich, die sogenannte Sinistralität, also die Schadenhäufigkeit, schreckt viele Versicherer ab. Und Castres-Mazamet steht mit dem Problem nicht allein da. Ähnliche Fälle in anderen Regionen verschärfen den Wettbewerb um Versicherungsangebote zusätzlich.

In dieser schwierigen Lage zeigt sich jedoch auch ein Funken Improvisationstalent.

Einzelne Lösungen wurden schnell aus dem Boden gestampft: Die Linie 10, die Castres mit Mazamet verbindet und das örtliche Krankenhaus anfährt, wird derzeit von einem privaten Transportunternehmen betrieben. Auch der Schülerverkehr wurde punktuell verstärkt – ein wichtiger Schritt, damit Kinder und Jugendliche weiterhin zur Schule kommen. Zusätzlich wurden der Rufbusservice sowie spezielle Angebote für mobilitätseingeschränkte Personen wieder aktiviert.

Trotz dieser Bemühungen bleibt die Lage angespannt. Für viele Menschen, die täglich auf den Nahverkehr angewiesen sind – sei es für den Weg zur Arbeit, zum Arzt oder einfach in die Stadt – bedeutet die aktuelle Situation eine massive Einschränkung. Und nicht zuletzt stellt sich die Frage: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?

Der Fall wirft ein grelles Licht auf die Schwachstellen im Zusammenspiel zwischen öffentlichen Auftraggebern und privaten Dienstleistern. Denn ein einzelner Makler, der fehlerhaft oder fahrlässig handelt, darf nicht in der Lage sein, eine ganze Stadt lahmzulegen. Da fragt man sich doch: Welche Kontrollmechanismen existieren überhaupt, um so etwas zu verhindern?

Die Affäre zeigt, wie verwundbar essentielle Dienste wie der öffentliche Nahverkehr sind – und wie dringend es robusterer Strukturen bedarf. Ob die Kommune aus dieser Krise gestärkt hervorgeht, hängt nun maßgeblich davon ab, wie schnell ein neuer, verlässlicher Versicherungspartner gefunden wird – und ob die Lehren aus dem Vorfall zu strukturellen Veränderungen führen.

Bis dahin bleibt den Menschen in Castres-Mazamet nur, sich irgendwie zu arrangieren. Zu hoffen, dass die Übergangslösungen greifen – und dass bald wieder mehr Bewegung in die Stadt kommt. Im wahrsten Sinne des Wortes.

Von C. Hatty

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