Wirtschaft

Streik bei Quantic Dream wegen geplanter Kündigung eines Gewerkschafters

Beschäftigte des Pariser Spieleentwicklers Quantic Dream protestieren gegen die geplante Entlassung eines Gewerkschaftsvertreters. Der Arbeitskampf trifft das Studio während eines umfangreichen Stellenabbaus.

Paris – 12.10.2026: Beschäftigte des französischen Spieleentwicklers Quantic Dream haben am Donnerstag, dem 8. Oktober 2026, ihre Arbeit niedergelegt. Anlass war die geplante Kündigung eines Vertreters der Gewerkschaft der Beschäftigten in der Videospielbranche, STJV. Nach Angaben der Gewerkschaft beteiligten sich rund hundert Menschen an der Kundgebung vor dem Pariser Studio. Der Ausstand fand während eines laufenden Stellenabbaus statt.

Die Gewerkschaft wirft der Unternehmensleitung vor, ihren Delegierten wegen seiner Tätigkeit in den Verhandlungen über den Sozialplan unter Druck zu setzen. Das Kündigungsverfahren beziehe sich unter anderem auf die Weitergabe von Informationen aus diesen Gesprächen, heißt es in einer Mitteilung des STJV. Die Organisation fordert, das Verfahren einzustellen und die Rechte der Arbeitnehmervertretung zu achten.

Quantic Dream erklärte gegenüber französischen Medien, die individuelle Situation nicht kommentieren zu wollen. Das Unternehmen versicherte zugleich, die Rechte aller Beschäftigten und die Gewerkschaftsfreiheit zu respektieren. Zu den konkreten Vorwürfen des STJV nahm es nicht Stellung. Die Begründung des Kündigungsverfahrens lässt sich deshalb anhand der öffentlichen Erklärungen nicht unabhängig beurteilen.

Der Arbeitskampf verschärft einen seit Monaten bestehenden Konflikt im Studio. Quantic Dream setzt einen Sozialplan um, der nach Medienberichten einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze betrifft. Der STJV hatte bereits über die Verhandlungen und die Bedingungen für die Betroffenen gestritten. Zu den Forderungen der Gewerkschaft zählen kürzere Arbeitszeiten, eine verbindliche Regelung für mobiles Arbeiten und eine stärkere Beteiligung der Belegschaft.

Ein Plan zur Sicherung von Arbeitsplätzen, auf Französisch Plan de sauvegarde de l'emploi, ist bei größeren betriebsbedingten Entlassungen vorgeschrieben. Er soll Kündigungen vermeiden oder ihre Zahl begrenzen und Hilfen für betroffene Beschäftigte festlegen. Dazu können Weiterbildungen, Versetzungen oder Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Stelle gehören. Die französische Arbeitsverwaltung prüft, ob die vorgesehenen Maßnahmen zum Umfang des Abbaus und zu den wirtschaftlichen Möglichkeiten des Unternehmens oder seiner Gruppe passen.

Dieser Rahmen beendet allerdings nicht den Streit über einzelne arbeitsrechtliche Schritte. Gewerkschaftsvertreter genießen in Frankreich einen besonderen Schutz: Ihre Entlassung unterliegt strengeren Voraussetzungen und erfordert ein besonderes Verfahren. Damit soll verhindert werden, dass Beschäftigte wegen ihrer Vertretungsarbeit benachteiligt werden. Ob diese Schutzregeln im vorliegenden Fall verletzt wurden, ist bislang nicht abschließend geklärt.

Quantic Dream wurde 1997 gegründet und unterhält Standorte in Paris und Montreal. Bekannt wurde das Studio mit erzählerisch angelegten Spielen wie Heavy Rain und Detroit: Become Human. Der STJV hat nach dem Ausstand bei Quantic Dream zu weiteren Mobilisierungen in der Videospielbranche am 13. und 17. Oktober 2026 aufgerufen.

Quellen

  • Franceinfo
  • STJV
  • Le Monde
  • Gamekult
  • Französisches Arbeitsministerium
  • Quantic Dream

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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