Paris – 29.09.2026: Ein gemeinsamer Streikaufruf der acht repräsentativen Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes führt an diesem Dienstag in Frankreich zu Einschränkungen. Betroffen sein können Schulen, kommunale Einrichtungen, Krankenhäuser, Verkehrsbetriebe und Flughäfen. Wie stark der Ausstand den Alltag beeinträchtigt, hängt von der Beteiligung vor Ort und den vorgeschriebenen Mindestdiensten ab.
Zu dem Aktionstag haben CGT, Force ouvrière, CFDT, Unsa, FSU, Solidaires, CFE-CGC und FA-FP aufgerufen. Sie vertreten Beschäftigte des Staates, der Kommunen und des öffentlichen Gesundheitswesens. Nach Angaben der Gewerkschaften waren landesweit mindestens 155 Kundgebungen vorgesehen. Es ist ihre erste große gemeinsame Mobilisierung im öffentlichen Dienst seit dem 5. Dezember 2024.
Für Familien sind vor allem mögliche Unterrichtsausfälle von Bedeutung. Streikende Lehrkräfte können den Schulbetrieb einschränken; die Kommunen müssen gegebenenfalls über Betreuungsangebote an Grundschulen entscheiden. In Krankenhäusern bleibt die Notfallversorgung grundsätzlich gewährleistet, während planbare Behandlungen, Verwaltungsabläufe und einzelne Stationen beeinträchtigt sein können. Im Nah- und Fernverkehr sowie an Flughäfen sind Verspätungen oder ein ausgedünntes Angebot möglich, falls Beschäftigte der Betreiber und Dienstleister dem Aufruf folgen.
Der Protest richtet sich gegen die Lohn- und Haushaltspolitik der Regierung vor der Vorlage des Haushaltsentwurfs für 2027. Die Gewerkschaften fordern eine Anhebung des Indexpunkts, an dem sich ein großer Teil der Beamtengehälter orientiert, und dessen erneute Bindung an die Inflation. Sie wenden sich gegen eine weitere Aussetzung allgemeiner Erhöhungen dieses Berechnungswerts.
Hinter dem Konflikt steht ein längerfristiges Problem der französischen Verwaltung. Nach Jahren geringer Anpassungen und wiederholter Erhöhungen des gesetzlichen Mindestlohns sind die Abstände zwischen den unteren Gehaltsstufen geschrumpft. Gewerkschaftsvertreter argumentieren, dass Beschäftigte der Kategorie C ohne Ausgleichszahlungen teilweise unter dem Mindestlohn lägen. Kritik richtet sich zudem gegen die 2024 abgeschaffte individuelle Kaufkraftgarantie, die bestimmte inflationsbedingte Einkommensverluste teilweise ausgeglichen hatte.
Die Gewerkschaften verlangen darüber hinaus mehr Personal und höhere Sachmittel. Schulen, Kliniken, Rettungsdienste und kommunale Verwaltungen berichten seit Längerem über Schwierigkeiten bei der Personalgewinnung und belastende Arbeitsbedingungen. Die Regierung muss zugleich einen Haushalt vorbereiten, der unter dem Druck hoher öffentlicher Defizite steht.
Mit dem Aktionstag wollen die Gewerkschaften ihren Einfluss auf die bevorstehenden Budgetberatungen erhöhen. Ihr Forderungskatalog verbindet Gehälter, Stellenpläne und die Finanzierung öffentlicher Einrichtungen. Die mindestens 155 angekündigten Kundgebungen sollen diesen Forderungen landesweit Nachdruck verleihen.
Quellen
- Franceinfo
- CFE-CGC
- CGT
- TF1 Info
- Unsa Fonction publique
- Sgen-CFDT
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).