Paris – 20.08.2026: Die durch Vegetations- und Waldbrände geschädigten Flächen in Europa könnten bis zum Ende des Jahrhunderts erheblich wachsen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Modellstudie europäischer Klimaforscher. Allein durch zunehmend brandfördernde Witterung könnte die jährlich verbrannte Fläche in einem emissionsarmen Szenario um rund 39 Prozent steigen. Bei hohen Emissionen errechnen die Forscher einen Zuwachs von nahezu 192 Prozent.
Für ihre Untersuchung kombinierten die Wissenschaftler zwei Feuermodelle mit dem dynamischen Vegetationsmodell LPJmL. Auf diese Weise trennten sie die Einflüsse von Wetter, Landnutzung, Bevölkerungsdichte, Vegetationsveränderungen und Kapazitäten der Brandbekämpfung. Die Werte beziehen sich auf den Zeitraum von 2081 bis 2100 und sind keine Vorhersage für eine einzelne Brandsaison. Sie beschreiben mögliche Entwicklungen unter unterschiedlichen klimatischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen.
Ein leistungsfähigerer Brandschutz könnte die Folgen den Berechnungen zufolge erheblich begrenzen. Weitere Fortschritte bei Prävention, Einsatzmitteln und Löschkapazitäten würden die verbrannte Fläche gegenüber Szenarien ohne solche Verbesserungen um 72 bis 92 Prozent verringern. Bei starker Erwärmung nähme die Brandaktivität dennoch in etwa 55 Prozent der gefährdeten Regionen Europas zu, selbst wenn die bisherigen Investitionen fortgesetzt würden.
Die Modelle bilden damit zwei miteinander verknüpfte Entwicklungen ab. Die Erderwärmung verlängert Phasen mit Hitze und Trockenheit und lässt Vegetation leichter entzündlich werden. Wie weit sich ein Feuer ausbreitet, hängt zugleich von Landpflege, früher Erkennung, ausgebildeten Einsatzkräften, Löschflugzeugen und Schutzschneisen ab. Weil sich Landschaften, Besiedlung und staatliche Kapazitäten unterscheiden, rechnen die Forscher mit deutlichen regionalen Abweichungen.
Die Studie erscheint während einer außergewöhnlich belasteten europäischen Brandsaison. Der Copernicus-Klimadienst meldete am 12. August für Westeuropa den wärmsten Juni-Juli-Zeitraum seit Beginn der Vergleichsdaten. Anhaltende Hochdrucklagen hielten die Hitze über der Region und verschärften die Trockenheit. Besonders trockene Böden wurden unter anderem in Teilen Frankreichs, Spaniens, Portugals, Deutschlands, Österreichs und Ungarns registriert.
Auch das Gemeinsame Forschungszentrum der Europäischen Kommission verzeichnete Ende Juli eine überdurchschnittliche Brandbelastung. Nach Angaben des Europäischen Waldbrandinformationssystems waren bis zum 29. Juli seit Jahresbeginn 434.976 Hektar verbrannt. Damit lag die Fläche über dem Stand des Vorjahres und deutlich über dem langfristigen Durchschnitt.
Die Autoren um Maik Billing vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung betrachten Klimaschutz und Brandvorsorge deshalb als ergänzende Aufgaben. Geringere Treibhausgasemissionen senken in den Modellen den langfristigen Druck auf Europas Landschaften. Prävention und Brandbekämpfung können einzelne Feuer eindämmen, die zusätzlichen Risiken einer starken Erwärmung jedoch nicht vollständig ausgleichen.
Quellen
- Franceinfo
- Zenodo – Modellstudie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und weiterer Forschungseinrichtungen
- Copernicus Climate Change Service
- Europäische Kommission – Joint Research Centre
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).