Wirtschaft

Studierende kämpfen mit kreativen Bewerbungen um duale Verträge

Der Markt für duale Ausbildungswege in Frankreich wird schwieriger. Manche Studierende suchen deshalb mit Zugdurchsagen, Musikvideos und ungewöhnlichen Lebensläufen nach einem Betrieb.

Paris – 28.09.2026: Mit Durchsagen in Zügen, selbst produzierten Musikvideos und ungewöhnlich gestalteten Lebensläufen versuchen Studierende in Frankreich, einen Vertrag für eine duale Ausbildung zu bekommen. Nach einem Bericht von Franceinfo reagieren sie damit auf einen Markt, auf dem die Suche nach einem Unternehmen zunehmend schwieriger wird. Ihre Aktionen sollen vor allem eines erreichen: zwischen zahlreichen Bewerbungen wahrgenommen zu werden.

Ein dualer Ausbildungsweg, in Frankreich als Alternance bezeichnet, verbindet Unterricht an einer Bildungseinrichtung mit bezahlter Arbeit in einem Betrieb. Dafür braucht es einen Vertrag zwischen dem Unternehmen und der oder dem Studierenden. Fehlt diese Vereinbarung, kann die vorgesehene Ausbildung häufig nicht wie geplant aufgenommen oder fortgesetzt werden. Die Suche nach einem Arbeitgeber ist daher keine bloße Ergänzung zur Einschreibung, sondern eine zentrale Voraussetzung des Modells.

Unter diesem Druck verlassen manche Bewerberinnen und Bewerber die üblichen Wege. Sie beschränken sich nicht auf Stellenportale und standardisierte Anschreiben, sondern sprechen mögliche Arbeitgeber und deren Beschäftigte direkt an. Eine Durchsage im Zug erreicht binnen Minuten zahlreiche Pendler, unter denen auch Personalverantwortliche oder Menschen mit Kontakten zu Unternehmen sein können. Ein musikalisches Video lässt sich über soziale Netzwerke verbreiten und weiterleiten. Auffällige Lebensläufe sollen wiederum verhindern, dass eine Bewerbung schon beim ersten Durchsehen untergeht.

Solche Einfälle ersetzen jedoch nicht die fachlichen Angaben, die Unternehmen für ihre Auswahl benötigen. Nach dem kurzen Moment der Aufmerksamkeit zählen Ausbildung, Kenntnisse, Motivation und die Eignung für eine konkrete Stelle. Auch ein origineller Auftritt garantiert weder ein Vorstellungsgespräch noch einen Vertrag. Er kann lediglich die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass sich jemand näher mit dem Profil beschäftigt.

Die beschriebenen Aktionen verlagern die Arbeitssuche zugleich in öffentliche und digitale Räume. Das persönliche Netzwerk, soziale Plattformen und zufällige Begegnungen gewinnen an Gewicht, wenn veröffentlichte Angebote nicht ausreichen. Für Studierende bedeutet das zusätzlichen Aufwand: Neben Unterricht, Prüfungen und regulären Bewerbungen müssen sie Ideen entwickeln, Inhalte produzieren und auf Rückmeldungen hoffen.

Für Unternehmen können solche Initiativen Hinweise auf Kommunikationsfähigkeit, Eigenständigkeit und Beharrlichkeit geben. Zugleich bleibt die Auswahl an betriebliche Anforderungen und tatsächlich verfügbare Plätze gebunden. Kreativität kann einen Kontakt eröffnen, aber keine Stelle schaffen, die ein Unternehmen nicht vorgesehen hat.

Die von Franceinfo geschilderten Beispiele erzählen deshalb weniger von einem neuen Bewerbungsstandard als von wachsendem Konkurrenzdruck. Dass junge Menschen selbst Zugreisende zu möglichen Vermittlern machen, zeigt, wie stark der Erfolg eines dualen Bildungswegs von der rechtzeitigen Zusage eines Betriebs abhängt.

Quellen

  • Franceinfo

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels