Wirtschaft

Supermärkte verschärfen den Wettbewerb um günstigen Ladestrom

Französische Handelsketten werben mit Ladepunkten und günstigen Stromtarifen um Kunden. Das wachsende öffentliche Netz macht Preise und Abrechnungsmodelle zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.

Paris – 02.10.2026: Frankreichs Supermärkte entdecken den Ladestrom als Mittel im Wettbewerb um Kunden. Nach Angaben von Franceinfo setzen Handelsketten die Ladepunkte auf ihren Parkplätzen gezielt ein, um Autofahrer während des Einkaufs an ihre Filialen zu binden. Für Fahrer von Elektroautos wird der Tarif damit neben Standort, Ladeleistung und Bezahlmethode zu einem wichtigen Kriterium bei der Wahl einer Station.

Der Preiswettbewerb fällt in eine Phase, in der die öffentliche Ladeinfrastruktur rasch wächst. Nach dem jüngsten Barometer von Avere-France und dem Ministerium für ökologischen Wandel waren Ende August 2026 landesweit 200.926 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Betrieb. Das waren 13 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Mit der größeren Auswahl steigt für die Betreiber der Druck, ihre Tarife verständlich auszuweisen und sich von konkurrierenden Angeboten abzuheben.

Parkplätze großer Handelsmärkte bieten dafür günstige Voraussetzungen. Sie gehören für viele Menschen zum Alltag, verfügen über längere Aufenthaltszeiten und verbinden den Ladevorgang mit einem ohnehin geplanten Einkauf. Anders als an Autobahnstationen geht es dort meist weniger um die schnellstmögliche Weiterfahrt. Handelsketten können günstige Tarife, zeitlich begrenzte Aktionen oder Vorteile in Kundenprogrammen nutzen, um zusätzliche Besuche und Einkäufe anzuregen.

Für Verbraucher ist ein belastbarer Preisvergleich allerdings weiterhin schwierig. Die Kosten einer Ladesitzung können von der abgegebenen Energiemenge, der Ladegeschwindigkeit, möglichen Start- und Standgebühren sowie vom verwendeten Bezahlsystem abhängen. Auch die Abrechnung nach Kilowattstunden, Minuten oder einer Kombination mehrerer Bestandteile erschwert den Überblick. Das Ministerium will deshalb Informationen zu Standorten und Preisen verlässlicher machen und die Abrechnungsarten stärker vereinheitlichen.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Wettbewerbs nimmt mit der Auslastung des Netzes zu. Avere-France verzeichnete im August durchschnittlich 39,3 Ladevorgänge je öffentlichem Ladepunkt; ein Jahr zuvor waren es rund 31. Die je Ladepunkt abgegebene Energiemenge stieg binnen zwölf Monaten um 34 Prozent auf durchschnittlich 855 Kilowattstunden. Für Supermärkte muss sich das Angebot dabei nicht allein über den Stromverkauf rechnen: Auch längere Aufenthalte und zusätzliche Einkäufe können den Betrieb der Stationen wirtschaftlich attraktiv machen.

Nach Einschätzung des Ministeriums können die Energiekosten eines Elektroautos vor allem dann deutlich unter denen eines Verbrenners liegen, wenn überwiegend zu Hause geladen wird. Öffentliche Stationen bleiben dennoch unverzichtbar für Haushalte ohne eigenen Stellplatz oder private Lademöglichkeit sowie für längere Fahrten. Transparentere Preisangaben sollen ihnen ermöglichen, Angebote von Supermärkten, kommunalen Netzen und privaten Betreibern bereits vor Beginn des Ladevorgangs miteinander zu vergleichen.

Quellen

  • Franceinfo
  • Avere-France
  • Ministerium für ökologischen Wandel

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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