Paris – 29.09.2026: In französischen Supermärkten wächst das Interesse an preisreduzierten Lebensmitteln, die nur noch kurze Zeit verkauft und verbraucht werden können. Wie Franceinfo berichtet, greifen angesichts steigender Preise mehr Kunden zu diesen Angeboten. Sie finden sich meist in eigens gekennzeichneten Regalen und richten sich vor allem an Haushalte, die ihre Ausgaben für den täglichen Einkauf genauer planen müssen.
Angeboten werden häufig leicht verderbliche Waren wie Fleisch, Milchprodukte, Fertiggerichte, Obst und Gemüse. Bevor die Händler sie aus dem Verkauf nehmen müssten, senken sie den Preis. Der Einkauf lohnt sich allerdings nur, wenn sich die Produkte rechtzeitig verwenden lassen. Wie hoch der Nachlass ausfällt, hängt vom Markt und von der Ware ab; ein Vergleich mit dem regulären Angebot bleibt daher sinnvoll.
Besondere Aufmerksamkeit verlangt das aufgedruckte Datum. Bei leicht verderblichen Lebensmitteln bezeichnet das Verbrauchsdatum den Zeitpunkt, bis zu dem ein Produkt gegessen werden muss. Nach Ablauf können gesundheitliche Risiken entstehen. Die Mindesthaltbarkeit gibt dagegen an, wie lange ein Lebensmittel seine erwarteten Eigenschaften behält. Ist dieses Datum überschritten, muss die Ware nicht zwangsläufig verdorben sein. Verpackung, Aussehen, Geruch und Lagerung sollten dann sorgfältig geprüft werden.
Die Sonderregale erlauben somit keinen Verkauf bereits abgelaufener Ware. Sie sollen einwandfreie Produkte rechtzeitig zu Käufern bringen, statt sie entsorgen zu müssen. Gerade bei gekühlten Lebensmitteln ist es wichtig, die Kühlkette einzuhalten und die Ware vor Ablauf des Verbrauchsdatums zu essen oder, sofern geeignet, rechtzeitig einzufrieren. Beschädigte Verpackungen oder auffälliger Geruch sprechen gegen den Kauf.
Frankreich hat den Kampf gegen Lebensmittelverschwendung gesetzlich verankert. Das Gesetz gegen Verschwendung und für Kreislaufwirtschaft von 2020 sieht vor, die Lebensmittelabfälle im Handel und in der Gemeinschaftsverpflegung gegenüber 2015 deutlich zu verringern. Ein nationales Siegel zeichnet Betriebe aus, die nachweislich entsprechende Maßnahmen umsetzen. Dazu zählen eine präzisere Bestandsplanung, Preisnachlässe, Spenden und die weitere Verwertung nicht regulär verkäuflicher Lebensmittel.
Für den Handel erfüllen die Sonderregale zwei wirtschaftliche Zwecke: Sie begrenzen Verluste im Warenbestand und erschließen Kunden, die stärker auf den Preis achten. Haushalte profitieren, sofern sie bedarfsgerecht einkaufen. Wer sich allein vom Rabatt leiten lässt und mehr mitnimmt als benötigt, spart dagegen nicht und verlagert die Verschwendung lediglich in die eigene Küche.
Auch missverstandene Datumsangaben tragen nach Angaben französischer Behörden zur Lebensmittelverschwendung bei. Klare Kennzeichnungen und der richtige Umgang mit Verbrauchs- und Mindesthaltbarkeitsdaten gehören deshalb zur staatlichen Strategie. Die stark nachgefragten Sonderregale verbinden so ein günstigeres Angebot mit dem Ziel, noch einwandfreie Lebensmittel vor der Entsorgung zu bewahren.
Quellen
- Franceinfo
- Service-Public
- Ministerium für ökologischen Wandel
- Ministerium für Wirtschaft und Finanzen
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).