Tarnos – 11.09.2026: Nach zwei Fällen mutmaßlicher sexualisierter Gewalt in außerschulischen Betreuungsangeboten für Kinder will die Stadt Tarnos im Département Landes ihre Schutzmaßnahmen überprüfen und verstärken. Bürgermeister Marc Mabillet kündigte laut Franceinfo an, mit größter Aufmerksamkeit zu handeln. Die Kommune habe eine umfassende Aufarbeitung begonnen, um weitere Taten zu verhindern.
Im schwerwiegenderen Fall ermittelt die Justiz gegen einen Betreuer eines Freizeitzentrums in Tarnos. Die Stadt hatte im Juli mitgeteilt, der Mann sei nach der ersten Beschwerde von Eltern umgehend von seiner Tätigkeit ausgeschlossen worden. Eine Woche später kam er wegen des Verdachts sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen an sechs Kindern in Untersuchungshaft. Für den Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Nach Angaben der Kommune richten sich die Hilfsangebote an betroffene Kinder und ihre Familien. Seit Juli stehen eine telefonische psychologische Notfallhilfe, Einzelgespräche mit Psychologen sowie Gruppenangebote für Eltern und Kinder bereit. Der Gemeinderat sollte dafür zusätzliche Mittel bewilligen. Diese Unterstützung dient der unmittelbaren Begleitung der Familien; die strafrechtliche Aufklärung liegt bei den zuständigen Ermittlungsbehörden.
Der Beschuldigte wurde im August unter gerichtlichen Auflagen aus der Untersuchungshaft entlassen. Bis Anfang September hatten Familien laut Medienberichten 14 Beschwerden eingereicht. Der Mann darf sich demnach nicht in Tarnos aufhalten, muss in der Bretagne wohnen und sich regelmäßig bei der Gendarmerie melden. Eine gerichtliche Entscheidung über Schuld und mögliche Tatabläufe ist bislang nicht gefallen.
Die angekündigte Überprüfung folgt zugleich auf einen zweiten Fall und fällt in eine landesweite Debatte über Sicherheitslücken in kommunalen Betreuungsangeboten. Bei einer Anhörung im Senat am 9. September verlangten mehrere Bürgermeister eine bessere Abstimmung zwischen Kommunen, Justiz und Bildungsverwaltung. Städte und Gemeinden könnten Beschäftigte bei einem Verdacht zwar vorsorglich aus dem Dienst nehmen, erhielten nach Beginn eines Ermittlungsverfahrens jedoch häufig nur begrenzte Informationen.
Zur Sprache kamen verbindlichere Meldewege, feste Ansprechpartner bei Staatsanwaltschaften und Fortbildungen zur Erkennung von Gewalt. Kinder wechseln im Tagesverlauf häufig zwischen Schule, Mittagsbetreuung, Freizeitzentrum und Sportangeboten. Schutzkonzepte müssen deshalb Zuständigkeiten an diesen Übergängen klären und eindeutige Regeln für Personalauswahl, Elternkontakte und Verdachtsmeldungen festlegen.
Tarnos steht damit vor zwei getrennten Aufgaben: Die Kommune muss betroffene Familien begleiten und zugleich die eigenen Abläufe prüfen. Nach Angaben der Stadt wird die Freizeiteinrichtung in ihrem Auftrag betrieben. Während die Justiz weiter gegen den ehemaligen Betreuer ermittelt, arbeitet die Kommune an neuen Schutzvorkehrungen für ihre Betreuungsangebote.
Quellen
- Franceinfo
- Stadt Tarnos
- Public Sénat
- La Dépêche du Midi
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).