Paris – 09.09.2026: Der französische Astronaut Thomas Pesquet soll 2027 die private Mission PAM-6 des amerikanischen Raumfahrtunternehmens Vast zur Internationalen Raumstation führen. Präsident Emmanuel Macron gab das Vorhaben am ersten Tag des Internationalen Weltraumgipfels in Paris bekannt. Die Reise ist auf rund 15 Tage angelegt und wäre Pesquets dritter Aufenthalt im All nach seinen Missionen von 2016 bis 2017 und im Jahr 2021.
Die Europäische Weltraumorganisation führt Pesquet bereits als vorgesehenen Kommandanten der Vast-Mission. Der Start soll mit einer Dragon-Kapsel von SpaceX auf einer Falcon-9-Rakete erfolgen. Ein verbindlicher Termin wurde zunächst nicht genannt. Auch die Zusammensetzung der gesamten Besatzung muss noch die üblichen Prüfungen und Genehmigungsverfahren der Partner der Internationalen Raumstation durchlaufen.
PAM-6 ist die sechste private Astronautenmission, welche die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA an Vast vergeben hat. Für Frankreich gehört die Vereinbarung zu einer breiteren Kooperation mit dem Unternehmen. Sie umfasst außerdem einen späteren Flug des französischen ESA-Reserveastronauten Arnaud Prost zur geplanten kommerziellen Raumstation Haven-1. Vast baut das erste Modul dieser Station derzeit in Long Beach im US-Bundesstaat Kalifornien und strebt einen Start im Jahr 2027 an.
Pesquet bringt für die Aufgabe umfangreiche Erfahrung mit. Während seiner ersten ESA-Mission Proxima verbrachte er 197 Tage auf der Internationalen Raumstation. 2021 flog er mit der Crew-2-Mission erneut dorthin und übernahm zeitweise das Kommando. Nun soll er erstmals eine kommerziell organisierte Mission führen. Deren Betrieb bleibt jedoch in die institutionellen Sicherheits- und Betriebsstrukturen der Raumstation eingebunden.
Die Ankündigung fällt in eine Phase des Umbaus der bemannten Raumfahrt. Die Internationale Raumstation ist weiterhin ein Gemeinschaftsprojekt der Vereinigten Staaten, Europas, Japans, Kanadas und Russlands. Zugleich bereitet die NASA den Übergang zu privat betriebenen Stationen im erdnahen Orbit vor. Unternehmen wie Vast versuchen, sich in diesem entstehenden Markt mit Transportmissionen, Forschungsangeboten und eigener Infrastruktur zu positionieren.
Für Frankreich verbindet das Projekt wissenschaftliche Präsenz im All mit industriepolitischen Interessen. Macron hat den Pariser Weltraumgipfel am 9. und 10. September als Forum für eine europäische Strategie in einem Bereich angesetzt, der zunehmend von amerikanischen und chinesischen Akteuren geprägt wird. Pesquet nimmt neben der Raumfahrtunternehmerin Hélène Huby als Sonderbeauftragter des Präsidenten an dem Treffen teil.
Vor dem Start ist die Zustimmung des multilateralen Gremiums für Besatzungsoperationen erforderlich, in dem alle fünf Partner der Internationalen Raumstation vertreten sind. Die ESA hat diese Bedingung ausdrücklich genannt. Erst nach diesem Konsens können die vollständige Besatzung, der Missionsablauf und das Startfenster abschließend festgelegt werden.
Quellen
- Franceinfo
- Centre national d'études spatiales
- Europäische Weltraumorganisation
- Élysée-Palast
- Vast
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).