Kumamoto – 30.07.2026: Nach einem schweren Erdbeben im Südwesten Japans ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 30 gestiegen. Ministerpräsidentin Sanae Takaichi gab den neuen Stand am Donnerstag bekannt. Das Beben der Stärke 7,1 hatte am 28. Juli die Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu erschüttert. Rettungskräfte suchen weiter in eingestürzten Gebäuden und an beschädigten Industrieanlagen nach Vermissten.
Besonders schwer betroffen sind Kumamoto und die umliegenden Gemeinden Kashima, Uki, Hikawa und Yatsushiro. In Kashima wurde ein Aeon-Einkaufszentrum durch das Beben und eine anschließende Explosion erheblich beschädigt; Teile des zweiten Stockwerks stürzten ein. Das Unternehmen hatte zuvor rund 3000 Kunden auf einen Parkplatz evakuiert. Nach Angaben von Aeon wurden am Standort mehrere Todesfälle registriert.
Auch in Yatsushiro kam es zu schweren Schäden. Dort stürzte an einem Werk von Nippon Paper Industries ein hoher Schornstein ein und verschüttete Beschäftigte. Die Katastrophenschutzbehörden meldeten Tote und Gerettete, während die Suche in den Trümmern fortgesetzt wurde. Hinzu kommen zerstörte Wohnhäuser, beschädigte Straßen und einzelne Gebäudeeinstürze in mehreren Kommunen der Präfektur.
Die Versorgungslage bleibt angespannt. Am Donnerstagmorgen waren nach amtlichen Angaben 22.670 Haushalte und Einrichtungen ohne Strom. Bereits am Mittwochabend hatten rund 84.000 Haushalte keinen Zugang zu Leitungswasser. Notunterkünfte wurden eingerichtet; Behörden bemühen sich dort um zusätzliche Stromversorgung, damit angesichts der sommerlichen Hitze Klimaanlagen betrieben werden können.
Die japanischen Selbstverteidigungsstreitkräfte unterstützen Feuerwehr, Polizei und kommunale Einsatzkräfte bei Suche, Bergung und Versorgung. Die Regierung in Tokio kündigte Lebensmittel, Trinkwasser und weitere Hilfsgüter für die betroffenen Gebiete an. Takaichi verwies darauf, dass Zeit für möglicherweise eingeschlossene Menschen ein zentraler Faktor sei. Die Opferbilanz kann sich daher noch verändern.
Das Erdbeben löste zunächst auch eine Tsunamiwarnung aus, die wenig später aufgehoben wurde. Der Bahnverkehr, einschließlich einzelner Shinkansen-Verbindungen, wurde vorübergehend eingestellt; der Flughafen Kumamoto-Aso nahm den Betrieb am Mittwoch wieder auf, doch einige Flüge blieben vorsorglich gestrichen. Nachbeben erschweren die Einsätze und erhöhen das Risiko weiterer Gebäudeschäden.
Kumamoto war bereits im April 2016 von einer schweren Erdbebenserie betroffen, die erhebliche Zerstörungen verursachte. Damals wurde unter anderem die Burg von Kumamoto beschädigt, an der nun erneut Teile von Steinmauern einstürzten. Die Behörden warnen die Bevölkerung vor weiteren starken Erschütterungen und raten, beschädigte Gebäude zu meiden sowie amtliche Evakuierungsanweisungen zu beachten.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Le Monde
- Japanisches Kabinettsamt
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).