Politik & Gesellschaft

Tondelier fordert Klimarunde mit Frankreichs Parteispitzen

Angesichts schwerer Waldbrände und der vierten Hitzewelle des Sommers verlangt die Vorsitzende der Ecologistes, Marine Tondelier, von Präsident Emmanuel Macron eine gemeinsame Lagebesprechung der politischen Kräfte.

Bordeaux – 27.07.2026: Die Vorsitzende der Ecologistes, Marine Tondelier, hat Präsident Emmanuel Macron aufgefordert, die politischen Kräfte Frankreichs zu einer Lagebesprechung über die Klimakrise zusammenzurufen. Ihr Vorstoß erfolgte am Montag vor einer weiteren Phase extremer Hitze und angesichts großflächiger Waldbrände, die vor allem den Südwesten des Landes treffen.

Tondelier erwartet, dass der Präsident die Parteispitzen über die Gefahrenlage und die staatliche Reaktion informiert. Eine Einladung des Élysée-Palasts war bis Montagabend nicht bekannt. Mit ihrem Appell will die Grünenpolitikerin Klimaanpassung und Katastrophenschutz als gesamtstaatliche Aufgaben behandeln, die über den üblichen Parteienwettbewerb hinausreichen.

Anlass ist die außergewöhnliche Belastung der Einsatzkräfte. Nach Angaben des Innenministeriums sind seit Jahresbeginn in Frankreich 116.085 Hektar verbrannt. Besonders betroffen sind die Départements Gironde und Landes. Dort wurden rund 42.000 Hektar zerstört – deutlich mehr als die 22.000 Hektar, die bei den schweren Bränden des Jahres 2022 in derselben Region registriert wurden.

Die Lage im Südwesten blieb am Montag angespannt. Das Feuer in der Gironde war nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez zwar stabilisiert, aber noch nicht vollständig unter Kontrolle. Dort waren 2.500 Feuerwehrleute, 18 Luftfahrzeuge und 1.500 Soldaten im Einsatz. Frankreich nahm zudem europäische Unterstützung über den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union in Anspruch.

Météo-France kündigte für Dienstag, den 28. Juli, den Beginn der vierten Hitzeperiode dieses Sommers an. Ihr Höhepunkt wird am Mittwoch, den 29. Juli, erwartet. In Paris und Tours könnten die Temperaturen bis auf 38 Grad steigen, im Südwesten örtlich auf 40 Grad. Der Wetterdienst zählt die bevorstehende Episode als 54. landesweite Hitzewelle seit Beginn seiner Statistik im Jahr 1947.

Die meteorologische Lage erhöht zugleich die Brandgefahr. Seit Anfang Juni haben sich Hochdruckgebiete über Westeuropa wiederholt festgesetzt. Die damit verbundene Trockenheit erfasst inzwischen das gesamte französische Mutterland und Korsika. Am 25. Juli lag die Bodenfeuchte laut Météo-France unter den Vergleichswerten der Jahre 2022 und 2025 und näherte sich den historischen Tiefständen vom August 2022.

Tondeliers Initiative trifft auf eine Regierung, die bereits Krisensitzungen zu den Bränden abhält; Macron plante einen Besuch im Südwesten. Das Innenministerium führt neun von zehn Waldbränden auf menschliche Aktivitäten zurück. Die politische Auseinandersetzung reicht deshalb von Prävention und Ausstattung des Zivilschutzes bis zur Raumplanung und zur Anpassung von Landwirtschaft und Infrastruktur an häufigere Extremereignisse.

Quellen

  • Franceinfo
  • Ministère de l'Intérieur
  • Météo-France
  • Reuters via Boursorama

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

Ende des Artikels