Politik & Gesellschaft

Tondelier hält an eigener Präsidentschaftskandidatur fest

Bei den Sommertagen der französischen Ökopartei in Grenoble ringen die Delegierten um ihre Bündnisstrategie für 2027. Marine Tondelier setzt weiter auf Gespräche mit der Linken, will ihre Kandidatur aber weder zugunsten Jean-Luc Mélenchons noch…

Grenoble – 21.08.2026: Die französischen Grünen beginnen ihre politischen Sommertage in Grenoble mit einem offenen Streit über den Weg zur Präsidentschaftswahl 2027. Parteichefin Marine Tondelier hält an ihrer Kandidatur fest, obwohl ein Teil der Mitgliedschaft einen Anschluss an Jean-Luc Mélenchon und dessen Bewegung La France insoumise befürwortet. Andere prominente Ökologen sehen in einer Zusammenarbeit mit Raphaël Glucksmann und dem sozialdemokratischen Lager die aussichtsreichere Möglichkeit.

Tondelier versucht, den Gegensatz zunächst durch Gespräche einzuhegen. In den vergangenen Tagen bekräftigte sie ihre Bereitschaft zu bilateralen Treffen mit sämtlichen Parteien der Linken. Einen Rückzug ihrer Kandidatur lehnt sie jedoch ab. Verhandlungen über ein gemeinsames politisches Projekt sollen möglich bleiben, ohne dass Les Écologistes schon in der frühen Phase des Wahlkampfs auf eine eigenständige Position verzichten.

Dafür kann sich die Parteichefin auf ein Votum der Mitglieder berufen. Bei einer internen Befragung vom 1. bis 6. Juli unterstützten 65 Prozent die Strategie, zunächst eine breite Vorwahl der Linken und der Ökologen anzustreben. Sollte diese nicht zustande kommen, soll Tondelier ihre Präsidentschaftskampagne fortsetzen. Der Statutenrat der Partei hatte die Abstimmung allerdings lediglich als konsultative Befragung zugelassen. Eine bindende Wirkung besitzt das Ergebnis daher nicht.

Die spätere Bündnisbildung bleibt offen. Mélenchon hatte den Grünen im Juli ein umfassendes Abkommen angeboten und setzt auf den Rückhalt, den seine Bewegung in Teilen des ökologischen Milieus genießt. Mehrere Abgeordnete und Aktivisten der Partei stehen dieser Option nahe. Der frühere grüne Präsidentschaftskandidat Yannick Jadot wirbt dagegen für eine Orientierung an Glucksmann, dem Gründer von Place publique.

Der Konflikt dreht sich weniger um die grundsätzliche Forderung nach einer Verständigung der Linken als um deren politische Führung. Eine Annäherung an Mélenchon könnte den Grünen den Zugang zu einer mobilisierungsstarken Wählerschaft erleichtern, zugleich aber das Verhältnis zu sozialdemokratischen und klar proeuropäischen Partnern belasten. Ein Bündnis mit Glucksmann und Teilen der Sozialisten verspräche größere Nähe in der Europa- und Sicherheitspolitik, stützte sich bislang jedoch auf eine weniger geschlossene organisatorische Basis.

Tondeliers bevorzugtes Modell einer großen Vorwahl hat bisher keine Zusage aller maßgeblichen Lager erhalten. Sowohl Mélenchon als auch Glucksmann verfolgen eigene Strategien. Les Écologistes wollen deshalb ihre im Juli vorgelegten programmatischen Vorschläge weiter vertreten und zugleich die Gesprächskanäle offenhalten.

Die Sommertage in Grenoble dauern vom 20. bis 22. August. Parallel veranstaltet La France insoumise ihre politische Sommeruniversität in der Region um Valence. Ökologische Mandatsträger nehmen an beiden Treffen teil. Einen formellen Beschluss über ein Bündnis für die Präsidentschaftswahl haben Les Écologistes bislang nicht gefasst.

Quellen

  • Les Écologistes: Programm der Sommertage in Grenoble
  • Les Écologistes: Beschluss des politischen Büros zur Präsidentschaftsstrategie
  • AFP via Boursorama: Tondeliers Angebot bilateraler Gespräche
  • Le Monde: innerparteiliche Konflikte und Abstimmung im Juli
  • Le Parisien: rechtlicher Status der Mitgliederbefragung

Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).

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