Burgos – 12.08.2026: Für wenige Minuten ist es am Mittwochabend über Teilen Nordspaniens dunkel geworden. Eine totale Sonnenfinsternis ließ nahe Burgos die Konturen der Landschaft verblassen und die Korona der Sonne hervortreten. Ein Team von France Télévisions filmte das Himmelsereignis gemeinsam mit erfahrenen Finsternisbeobachtern. Die Region lag in der schmalen Totalitätszone, in der der Mond die Sonnenscheibe vollständig verdeckte.
Der Schatten des Mondes zog am 12. August über Grönland und Island, weiter über den Atlantik sowie den Norden Spaniens und einen kleinen Teil Portugals. Auf der Iberischen Halbinsel ereignete sich die Totalität kurz vor Sonnenuntergang. Das sorgte für außergewöhnliche Bilder, erschwerte jedoch die Suche nach geeigneten Standorten: Nur Plätze mit freier Sicht zum westlichen Horizont boten gute Beobachtungsbedingungen. Wolken oder Erhebungen konnten das nur kurz sichtbare Schauspiel verdecken.
Nach Angaben des spanischen Instituto Geográfico Nacional war es die erste totale Sonnenfinsternis seit mehr als einem Jahrhundert, die von der Iberischen Halbinsel aus beobachtet werden konnte. Zahlreiche Interessierte waren deshalb in die Regionen entlang der Totalitätszone gereist. Neben der Provinz Burgos lagen Teile von Kastilien und León, Kantabrien und weitere Gebiete Nordspaniens auf der Bahn des Mondschattens. Außerhalb dieses vergleichsweise schmalen Korridors blieb die Sonne teilweise sichtbar.
Eine totale Sonnenfinsternis entsteht, wenn der Mond aus Sicht der Erde genau vor der Sonne vorbeizieht und deren Scheibe vollständig abdeckt. Dann erscheint die Korona, die äußere Atmosphäre der Sonne, die unter gewöhnlichen Bedingungen vom Sonnenlicht überstrahlt wird. Weil die Totalität an einem einzelnen Ort nur kurze Zeit dauert, entscheiden Standort, Wetter und Horizont über die Sichtbarkeit.
Auch für die Forschung sind solche Ereignisse wertvoll. Die NASA hatte Beobachtungen aus der Luft und den Einsatz wissenschaftlicher Instrumente angekündigt. Untersucht werden unter anderem Strukturen der Korona, solare Magnetfelder und Teilchenströme. Vom Boden aus lässt sich die unmittelbare Umgebung der Sonne ohne besondere technische Verfahren sonst nur eingeschränkt erfassen.
Für Beobachter galt während der partiellen Phasen weiterhin: Der Blick in die Sonne ist ausschließlich mit geprüften Schutzfiltern sicher. Eine gewöhnliche Sonnenbrille genügt nicht; ungeschütztes Hinsehen kann die Netzhaut dauerhaft schädigen. Erst während der vollständigen Bedeckung darf der Filter kurz abgenommen werden, muss aber wieder verwendet werden, sobald der erste Teil der Sonnenscheibe erscheint.
Spanien steht damit am Anfang einer seltenen astronomischen Serie. Nach Angaben der Europäischen Weltraumorganisation ESA werden 2027 und 2028 zwei weitere Sonnenfinsternisse von Spanien aus sichtbar sein: zunächst eine totale, anschließend eine ringförmige.
Quellen
- Franceinfo
- NASA
- Europäische Weltraumorganisation ESA
- Spanisches Instituto Geográfico Nacional
- Associated Press
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).