Paris – 26.09.2026: TotalEnergies verkauft Kraftstoffe an seinen französischen Tankstellen nach eigenen Angaben seit Monaten mit Verlust. Die Aussage von Präsident Emmanuel Macron, der Energiekonzern erziele in Frankreich keine Marge, beschreibt dennoch nur einen Ausschnitt des Geschäfts. Denn TotalEnergies verdient auch an der Raffination von Rohöl.
Der Konzern vereint mehrere Stufen der Wertschöpfungskette: Er fördert Rohöl überwiegend außerhalb Frankreichs, verarbeitet es unter anderem in französischen Raffinerien und verkauft die Produkte über sein Tankstellennetz. Der Preis an der Zapfsäule umfasst deshalb weit mehr als die Handelsspanne der Stationen. In ihn fließen der Einkauf von Rohöl und Fertigprodukten, Raffination, Transport, Lagerung, Vertrieb und Steuern ein.
An den Tankstellen hat TotalEnergies seine Preise begrenzt. 2026 galt für Kunden von TotalEnergies Electricité et Gaz, die am Treueprogramm teilnahmen, ein Höchstpreis von 1,99 Euro je Liter. Steigen die Beschaffungs- und Logistikkosten über diesen Betrag, kann der Konzern beim Verkauf an einzelne Kunden Geld verlieren. Franceinfo zufolge ist das seit mehreren Monaten der Fall.
Anders fällt die Rechnung in der Raffination aus. Dort hängt die Marge von der Differenz zwischen den Kosten des eingesetzten Rohöls und den Erlösen für Diesel, Benzin, Kerosin sowie weitere Produkte ab. Sind Raffineriekapazitäten knapp und die Preise für verarbeitete Kraftstoffe hoch, kann diese Differenz wachsen, während der Vertrieb an den Tankstellen Verluste schreibt.
Im zweiten Quartal 2026 meldete TotalEnergies für den Konzernbereich Raffination und Chemie einen bereinigten operativen Nettogewinn von 3,4 Milliarden Dollar. Das war nahezu fünfmal so viel wie ein Jahr zuvor. Die Zahl gilt für das internationale Geschäft des Bereichs und lässt sich nicht unmittelbar Frankreich zurechnen. Sie dokumentiert jedoch, wie stark die Raffination in einem angespannten Markt zum Konzernergebnis beitragen kann.
Frankreich importiert zudem einen erheblichen Teil des im Land verbrauchten Diesels. Die Preise richten sich daher nicht allein nach den Kosten französischer Anlagen, sondern auch nach internationalen Märkten. Hinzu kommen staatliche Abgaben: Die Energiesteuer und die Mehrwertsteuer machen zusammen ungefähr die Hälfte des Endpreises aus.
Macrons Formulierung trifft somit auf den Verkauf an den Tankstellen zu, nicht auf sämtliche französischen Aktivitäten des integrierten Konzerns. TotalEnergies kann im Vertrieb auf eine Marge verzichten oder Verluste hinnehmen und zugleich in der Raffination verdienen. Für die Debatte über hohe Kraftstoffpreise müssen deshalb Handelsspanne, Raffinationsmarge und staatliche Abgaben getrennt betrachtet werden.
Quellen
- Franceinfo
- TotalEnergies
- Französisches Wirtschaftsministerium
- Le Monde
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).