Toulouse – 26.08.2026: Patrick Bruel soll am 4. November weiterhin im Zénith Toulouse Métropole auftreten. Bürgermeister Jean-Luc Moudenc lehnt es ab, sich für eine Absage des Konzerts einzusetzen. "Ich bin kein Staatsanwalt", sagte er am Mittwoch dem Sender ICI Occitanie. Er begründete seine Haltung mit rechtsstaatlichen Grundsätzen und der Unschuldsvermutung.
Die Entscheidung fällt in eine wachsende öffentliche Kontroverse. Mehrere Bürgermeister französischer Städte haben Bruel in den vergangenen Tagen aufgefordert, seine Herbsttournee abzusagen oder auszusetzen. Sie verweisen auf die Schwere und die Zahl der gegen den Sänger erhobenen Vorwürfe sexualisierter Gewalt. Aus ihrer Sicht tragen auch Kommunen Verantwortung dafür, wem öffentliche oder kommunal verbundene Veranstaltungsorte eine Bühne bieten.
Nach Angaben französischer Medien wird gegen Bruel in mehreren Verfahren ermittelt. In vier Fällen wurde er formell beschuldigt, in vier weiteren besitzt er den Status eines unterstützten Zeugen. Dieser Zwischenstatus des französischen Strafverfahrens bedeutet, dass Anhaltspunkte gegen eine Person vorliegen, ohne dass eine formelle Beschuldigung erfolgt ist. Eine rechtskräftige Verurteilung gibt es nicht. Bruel bestreitet die Anschuldigungen.
Damit stehen zwei unterschiedliche Maßstäbe nebeneinander: Für eine strafrechtliche Verurteilung gelten die Regeln des Gerichtsverfahrens. Die politische Entscheidung über ein Konzert kann dagegen früher getroffen werden und sich auch auf moralische, gesellschaftliche oder ordnungspolitische Erwägungen stützen. Moudenc will diese Ebenen nicht vermischen. Bereits im Mai hatte er erklärt, ohne Verurteilung nicht die Rolle eines Zensors übernehmen zu wollen.
Die Stadt beantragt deshalb keine Absage und stellt den angekündigten Termin nicht infrage. Im Programm des Zénith Toulouse Métropole ist das Konzert weiterhin für Mittwoch, den 4. November 2026, um 20 Uhr aufgeführt; Einlass ist ab 18.30 Uhr. Veranstalter ist Euterpe Promotion. Der Auftritt gehört zu einer Tournee anlässlich des 35-jährigen Bestehens des Albums "Alors regarde", die laut Ankündigung durch Frankreich, die Schweiz und Belgien führen soll.
Andere Kommunen verfolgen eine strengere Linie, obwohl ihre rechtlichen Möglichkeiten begrenzt sein können. Konzerte werden häufig von privaten Veranstaltern organisiert; selbst bei kommunalen Hallen können Verträge eine einseitige Absage erschweren und finanzielle Forderungen auslösen. Frankreichs Gleichstellungsministerin Aurore Bergé stellte sich am Mittwoch dennoch hinter jene Bürgermeister, die Bruels Auftritte verhindern wollen. Eine solche politische Forderung verletze aus ihrer Sicht die Unschuldsvermutung nicht.
In Toulouse bleibt es vorerst bei Moudencs Position: Die strafrechtliche Prüfung obliegt der Justiz, die Stadt greift ohne Urteil nicht ein. Der Konzerttermin am 4. November wird vom Zénith weiterhin geführt.
Quellen
- Franceinfo
- Zénith Toulouse Métropole
- Euronews mit AFP
- TF1 Info
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).