Aktuell · 06.07.2026 03:26
Tour de France: Schlussabschnitt der 3. Etappe in Frankreich ohne Publikum wegen Großbränden
Die Etappe Granollers–Les Angles findet am 06.07.2026 statt, doch die letzten 44 Kilometer auf französischem Gebiet werden aus Sicherheitsgründen für Zuschauer und die Werbe‑Caravane gesperrt.
Perpignan – 06.07.2026: Die dritte Etappe der Tour de France 2026 von Granollers in Spanien nach Les Angles (Pyrénées-Orientales) wird wie geplant ausgetragen – jedoch mit einschneidenden Auflagen. Die Präfektur des Départements ordnete an, dass die letzten 44 Kilometer auf französischem Boden ohne Publikum stattfinden. Auch die Werbe‑Caravane entfällt. Hintergrund sind anhaltende Großbrände im Süden des Départements, die bereits zu umfangreichen Evakuierungen geführt haben.
Einsatzbehörden berichten aus den betroffenen Gebieten, darunter die Aspres und der Raum Trévillach, von dichter Rauchentwicklung und angespannten Lagen rund um mehrere Ortschaften. Nach übereinstimmenden Medienangaben mussten rund 10.000 Menschen vorübergehend ihre Häuser verlassen. Landesweit sind tausende Feuerwehrleute im Einsatz. Innenminister Laurent Nuñez sprach von verletzten Einsatzkräften und stellte weitere Unterstützung in Aussicht.
Um Rettungswege freizuhalten und unnötige Menschenansammlungen zu vermeiden, wird der französische Schlussabschnitt des Kurses für Zuschauer komplett gesperrt. Betroffen ist laut Präfektur die Passage zwischen Ur und Les Angles samt Zielbereich. Fantribünen, Musik- und Moderationsflächen sowie Sponsorenaktivitäten wurden gestrichen. Medien- und VIP‑Zonen werden stark verkleinert, die Zufahrten bleiben für Einsatzfahrzeuge priorisiert.
Sportlich bleibt die Etappe anspruchsvoll: Rund 196 Kilometer führen in die Pyrenäen, mehrere Anstiege – darunter der Col du Calvaire – versprechen eine selektive Schlussphase. Wer am Ende in Les Angles triumphiert, entscheidet sich dennoch ohne die übliche Kulisse dicht gedrängter Zuschauerspaliere. Die sportliche Wertigkeit bleibt unberührt; im Vordergrund stehen jedoch Sicherheitsinteressen und die Unterstützung der Einsatzkräfte. Die Amaury Sport Organisation (ASO) und die lokalen Behörden betonten, dass weitere Anpassungen abhängig von Wind, Rauchentwicklung und der Lageeinschätzung vor Ort möglich sind.
Für Teams und Fahrer gelten Sondervorgaben: Die Organisationsleitung hat klare Routen für Begleitfahrzeuge definiert, neutrale Materialzonen angepasst und Kommunikationskanäle mit Polizei, Gendarmerie und Sapeurs‑pompiers gebündelt. Medienvertreter erhalten nur mit gesonderter Akkreditierung Zugang zu definierten Bereichen. Alle Beteiligten wurden angehalten, Weisungen der Präfektur strikt zu befolgen und keinerlei private Fahrzeuge in die Sperrbereiche zu bringen.
Die Entscheidung fügt sich in ein breites Maßnahmenpaket zur Brandbekämpfung. Während Lösch- und Evakuierungsarbeiten fortgesetzt werden, soll die Durchführung der Etappe ohne Publikum verhindern, dass zusätzliche Risiken entstehen oder Ressourcen gebunden werden. Über mögliche Auswirkungen auf folgende Renntage wollen die Behörden in Abstimmung mit der ASO kurzfristig informieren, sollte die Lage dies erfordern.
Quellen
- Franceinfo
- Le Parisien
- TF1 Info
- Gendarmerie nationale
- Anadolu Agency