Collonges-la-Rouge – 10.08.2026: Knapp einen Monat nach der hitzebedingten Verkürzung der neunten Etappe der Tour de France herrscht in der südlichen Corrèze Ernüchterung. Acht Gemeinden, die am 12. Juli 2026 wegen einer kurzfristigen Streckenänderung nicht vom Peloton durchfahren wurden, erhalten vom Veranstalter Amaury Sport Organisation (ASO) keine Erstattung. Das berichtet Franceinfo unter Berufung auf die betroffenen Bürgermeister.
Die Etappe von Malemort nach Ussel war am Vortag wegen der roten Hitzewarnung für das Département Corrèze von ursprünglich 185,5 auf 155,5 Kilometer verkürzt worden. Nach einer neutralisierten Passage durch Brive-la-Gaillarde leitete ASO das Feld über die D921 um und führte es bei Lanteuil auf die vorgesehene Strecke zurück. Dadurch entfielen 30 Kilometer der geplanten Route.
Für die betroffenen Orte war die Änderung mehr als eine Korrektur des sportlichen Programms. Kommunen, Vereine und weitere örtliche Akteure hatten die Durchfahrt vorbereitet, Verkehrsmaßnahmen organisiert, Straßen geschmückt und Veranstaltungen geplant. Neben den bereits getätigten Ausgaben beklagen die Bürgermeister laut Franceinfo vor allem die Enttäuschung der Einwohner, die sich auf das Peloton und die Werbekarawane gefreut hatten.
Collonges-la-Rouge, einer der bekanntesten Orte der Region, verlor durch die Umleitung seinen vorgesehenen Auftritt bei der Tour. Bürgermeister Michel Charlot hatte bereits am 12. Juli beklagt, dass die wochenlangen Vorbereitungen durch die kurzfristige Änderung weitgehend vergeblich gewesen seien. Die Absage einer finanziellen Kompensation verschärft nun den Unmut der Kommunen.
Aus Sicherheitsgründen war die Verkürzung gleichwohl nachvollziehbar. Die Tour-Organisation verwies auf die höchste Hitzewarnstufe und erklärte, die Etappe müsse an die außergewöhnlichen Bedingungen angepasst werden. Der Start war für 13.45 Uhr angesetzt, die Ankunft in Ussel gegen 17.30 Uhr vorgesehen. Der Schutz von Fahrern, Helfern und Zuschauern erhielt damit Vorrang vor der ursprünglichen Streckenführung.
Der Streit betrifft zugleich die finanzielle Risikoverteilung bei sportlichen Großveranstaltungen. In einer öffentlich zugänglichen Vereinbarung zur Etappe heißt es, dass ASO bei Verschiebung, Absage oder Streichung infolge höherer Gewalt nicht haftet. Ob diese Regelung auch sämtliche kommunalen Aufwendungen für einen verkürzten, ansonsten aber ausgetragenen Renntag erfasst, lässt sich aus den vorliegenden Angaben nicht abschließend beurteilen.
Die Etappe erreichte am 12. Juli planmäßig Ussel. In den acht umgangenen Gemeinden blieben dagegen vorbereitete Straßen, vergebliche Ausgaben und Einwohner zurück, die auf die Durchfahrt des größten Radrennens der Welt gewartet hatten.
Quellen
- Franceinfo
- Tour de France
- L'Équipe
- Communauté d'agglomération du Bassin de Brive
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).