Wichita – 10.09.2026: US-Präsident Donald Trump hat dem kanadischen Flugzeughersteller Bombardier mit einem Verkaufsverbot in den Vereinigten Staaten gedroht. Das Unternehmen müsse seine Flugzeuge in den USA bauen, wenn es den Zugang zum amerikanischen Markt behalten wolle. Eine formelle Anordnung oder ein konkreter Zeitplan für das angekündigte Verbot lagen am Donnerstag nicht vor. Die Drohung verschärft den Handelskonflikt zwischen Washington und Ottawa.
Trump veröffentlichte seine Forderung am Montag, dem 7. September, in den sozialen Netzwerken. Bombardier stellt vor allem Geschäftsflugzeuge der Baureihen Challenger und Global her. Die Vereinigten Staaten sind für den Konzern der wichtigste Absatzmarkt; dort wird nach Medienberichten mehr als die Hälfte seines Umsatzes erzielt. Ein Verkaufsverbot könnte deshalb Aufträge gefährden und Kunden zwingen, ihre Beschaffungspläne zu ändern.
Allerdings ist Bombardiers Produktion längst eng mit der amerikanischen Wirtschaft verflochten. Nach Angaben des Unternehmens kommen wichtige Komponenten wie Tragflächen und Triebwerke aus Werken oder von Zulieferern in den USA. Die Folgen einer Handelsbeschränkung würden daher nicht auf Kanada begrenzt bleiben. Auch amerikanische Betriebe, die Bauteile, Wartung und technische Dienstleistungen für Bombardier-Flugzeuge anbieten, könnten Einbußen erleiden.
Besonders sichtbar wird diese Verflechtung in Wichita im Bundesstaat Kansas. Dort befindet sich Bombardiers US-Sitz; das Unternehmen ist in den Bereichen Flugerprobung, Wartung, Luftfahrt und Verteidigung tätig. Der republikanische Senator Jerry Moran erklärte, der Standort sichere mehr als 1.000 Arbeitsplätze und stütze weitere Unternehmen der regionalen Lieferkette. Er habe die Regierung auf Bombardiers wirtschaftliche Bedeutung für Kansas hingewiesen.
Die Drohung folgt auf neue kanadische Gegenzölle für Waren aus den Vereinigten Staaten, die Ottawa am 8. September in Kraft setzte. Zuvor waren die Handelsgespräche beider Länder Ende August gescheitert. Trump wirft Kanada außerdem vor, amerikanische Banken und andere Unternehmen zu benachteiligen. Welche rechtliche Grundlage ein Verkaufsverbot haben könnte, ließ er offen.
Für Flugzeugbetreiber und Käufer entstünde damit erhebliche Unsicherheit. Bombardier verfügt in den USA über ein großes Netz aus Kunden, Wartungsbetrieben und Zulieferern. Bestehende Flugzeuge wären rechtlich von einem Verbot neuer Verkäufe zu unterscheiden; eine behördliche Regelung dazu gibt es bislang nicht. Die Zulassung ziviler Flugzeuge fällt zudem in den Zuständigkeitsbereich der amerikanischen Luftfahrtbehörde und folgt festgelegten Sicherheitsverfahren.
Morans Intervention macht deutlich, dass Trumps Vorstoß auch in den eigenen Reihen auf Widerstand stößt. Der Senator fordert, Bombardiers Aktivitäten in Kansas zu erhalten und auszubauen. Am 10. September hatte die US-Regierung noch keine konkrete Maßnahme gegen das Unternehmen bekannt gegeben.
Quellen
- Franceinfo
- Associated Press
- Büro von US-Senator Jerry Moran
- Reuters
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).