Washington – 20.09.2026: Journalisten von CNN, MS NOW und Politico ist am Samstag der Zugang zum Gelände des Weißen Hauses verweigert worden. Nach Angaben der betroffenen Medien wurden Presseausweise eingezogen oder deaktiviert. Damit setzte die Regierung eine Ankündigung von Präsident Donald Trump vom Vortag um: Er hatte erklärt, die drei Redaktionen mit sofortiger Wirkung vom Weißen Haus auszuschließen.
Trump begründete den Schritt mit Berichten, die er als erfunden und falsch bezeichnete. Im Gespräch mit Reportern griff er weitere Medien an, ohne auch gegen sie einen Ausschluss anzuordnen. CNN erklärte, der Sender werde weiterhin über die Regierung berichten, auch wenn der Zugang seiner Journalisten zu Behördengebäuden eingeschränkt werde. MS NOW und Politico beanstandeten die Maßnahme ebenfalls öffentlich.
Die Sperre trifft Korrespondenten, die gewöhnlich Termine des Präsidenten, Pressegespräche und offizielle Veranstaltungen am Regierungssitz begleiten. Ohne Akkreditierung können sie nicht an den regelmäßigen Briefings teilnehmen oder den Präsidenten im journalistischen Begleitpool aus unmittelbarer Nähe beobachten. Ihre Berichterstattung außerhalb des Gebäudekomplexes und über andere Informationswege bleibt zwar möglich. Der direkte Zugang ist jedoch gerade in Washington bedeutsam, weil sich Nachfragen bei kurzfristig angesetzten Auftritten häufig nur vor Ort stellen lassen.
Die White House Correspondents' Association verlangte die unverzügliche Wiederherstellung der Akkreditierungen. Ihre Präsidentin Jacqui Heinrich erklärte, Journalisten wegen ihrer Berichterstattung den Zugang zu entziehen, verletze den ersten Zusatzartikel der US-Verfassung. Die Vereinigung berief sich zudem auf den Grundsatz, dass eine einmal gewährte Akkreditierung nicht willkürlich oder allein wegen des Inhalts veröffentlichter Beiträge entzogen werden dürfe.
Der Konflikt reicht über die Arbeitsbedingungen dreier Redaktionen hinaus. Presseakkreditierungen regeln, welche Journalisten die Regierung aus nächster Nähe kontrollieren und bei offiziellen Terminen Fragen stellen können. Werden Zugänge nach politischer Bewertung der Berichterstattung vergeben, kann dies auch die übrigen Mitglieder des Pressekorps unter Druck setzen. Associated Press kritisierte den Ausschluss deshalb als staatliche Vergeltung gegen Medien.
Schon 2025 hatte das Weiße Haus die Auswahl des journalistischen Begleitpools stärker an sich gezogen. In einem anderen Konflikt wurde Associated Press zeitweise von bestimmten Terminen ausgeschlossen, weil die Nachrichtenagentur eine von Trump bevorzugte Bezeichnung für den Golf von Mexiko nicht übernommen hatte. Ob CNN, MS NOW oder Politico gegen die neue Sperre gerichtlich vorgehen werden, war am Sonntag zunächst nicht bekannt. Ihre Journalisten waren am 19. September am Zugang zum Weißen Haus abgewiesen worden.
Quellen
- Franceinfo
- White House Correspondents' Association
- Associated Press
- CBS News
Artikel mit Hilfe künstlicher Intelligenz erstellt (Transparenzhinweis im Sinne von Artikel 50 der Verordnung (EU) 2024/1689 – EU AI Act).